Erster Schwarzer als Parteichef der Republikaner

4. Februar 2009, 19:13
43 Postings

Michael Steele will Partei auf Siegerstraße zurückführen - mit Video

Washington - Die ersten Äußerungen des Neuen lassen erkennen, dass er nicht unbedingt darauf wartet, Barack Obamas ausgestreckte Hand zu ergreifen. Von dessen vielzitierter Überparteilichkeit hält Michael Steele wenig. "Da habt ihr ihm aber ein schönes Gänseei auf den Schreibtisch gelegt" - so kommentierte er am Wochenende die Ablehnung der Republikaner, deren Parteichef Steele seit wenigen Tagen ist, für das Konjunkturpaket des US-Präsidenten.

Erstmals in ihrer 155-jährigen Geschichte haben die US-Republikaner einen Schwarzen zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Der ehemalige Vize-Gouverneur von Maryland soll sie nach der Niederlage bei der Präsidentschaftswahl im November auf neue Pfade führen.

"Es ist Zeit für etwas vollkommen anderes", sagte Steele nach seiner Wahl zum Chef des Bundeskomitees der Republikaner. Er werde die Partei in alle Teile des Landes tragen. Gleichzeitig versprach Steele, die Werte und Prinzipien der Partei zu verteidigen. Wie auch Obama erinnerte er an Abraham Lincoln, der im 19. Jahrhundert das Ende der Sklaverei in den USA verkündet hatte und ebenfalls Republikaner gewesen war.

Der 50-Jährige ist Jurist und arbeitet derzeit für eine Kanzlei in Washington. Steele war im Jahr 2002 der erste Schwarze, der im Staat Maryland in ein hochrangiges Amt gewählt wurde. 2006 bewarb er sich erfolglos um einen Sitz im Senat. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 5.2.2009)

 

  • Michael Steele will "etwas vollkommen Neues" schaffen.
    pablo martinez monsivais

    Michael Steele will "etwas vollkommen Neues" schaffen.

Share if you care.