Feuerwerke gegen Polizei

30. Jänner 2009, 22:03
440 Postings

1200 demonstrierten gegen Burschenschafterball

Wien - Eine überraschend hohe Zahl von Demonstranten protestierte am Freitagabend in Wien gegen der Ball des Wiener Korporations-Ringes (WKR) in der Hofburg. Laut Polizei 1200 Menschen, nach anderen Schätzungen rund 1500 Menschen marschierten vom Westbahnhof über die Mariahilfer Straße zum Ring und in die Innenstadt.

Erst am Ende der Kundgebung gegen 21 Uhr kam es zu Auseinandersetzungen. Autonome bewarfen vor dem Heldentor die Polizei mit Feuerwerkskörpern, Flaschen und Farbbeuteln, es gab schließlich mehrere Festnahmen.

Das Spektrum der Demonstranten war breit. Von einem autonomen Block am Beginn des Zuges bis hin zum Verband sozialistischer Studentinnen protestierten die Menschen gegen den gegen 20 Uhr beginnenden Ball. Nach den Ausschreitungen vom Vorjahr, als Schaufensterscheiben eingeschlagen und Parkbänke angezündet wurden, war es zunächst relativ friedlich geblieben. Lediglich gegen eine Filiale der Bank Austria am Getreidemarkt flog ein Farbbeutel, im Zuge des Marsches wurden vereinzelt Plastikflaschen und Böller aus der Menge geworfen. Verletzt wurde dabei niemand.

Im WKR sind schlagende Burschenschaften zusammengefasst, von denen das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes einige als rechtsextrem einstuft. Auch etliche FPÖ-Politiker, etwa Nationalratspräsident Martin Graf, nahmen teil. (moe, DER STANDARD, Printausgabe, 31.1.2009)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Erst am Ende der Kundgebung gegen 21 Uhr kam es zu Auseinandersetzungen.

Share if you care.