Kürzere Wartezeiten nach Schwarzgeld

30. Jänner 2009, 19:42
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Beschuldigter und Gespag weisen Vorwürfe zurück

Linz - Ein Arzt in einem oberösterreichischen Landeskrankenhaus soll laut einem Bericht in der ORF-Fernsehsendung "Oberösterreich heute" am Freitag Geld von Patienten genommen haben, damit ihre Wartezeiten auf Operationen kürzer werden. Der Beschuldigte und der Krankenhausbetreiber, die Gesundheits- und Spitals AG (gespag), haben die Vorwürfe zurückgewiesen.

Weil die Wartezeiten auf bestimmte Operationen bis zu ein Jahr betragen, soll der Mediziner in einigen Fällen einen früheren Termin angeboten haben - allerdings gegen Geld. Angeblich habe er von den Patienten zwischen 300 und 500 Euro "ohne Rechnung" für diese Gefälligkeit verlangt. Bereits im vergangenen Sommer hat ein Patient diese Vorwürfe gegen den Arzt erhoben. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in diesem Zusammenhang sind kürzlich eingestellt worden. Auch die gespag untersuchte den Fall und forderte danach den Mediziner auf, dienstliche und private Ordination deutlich zu trennen, damit es zu keinen Missverständnissen bei Patienten kommen könne.

300 bis 500 Euro

Aber auch danach soll es zu weiteren Ungereimtheiten rund um das Vorziehen von Operationsterminen gekommen sein, hätten Patienten laut TV berichtet. Sogar in einer Reha-Anstalt sei darüber gesprochen worden, dass der Arzt 300 bis 500 Euro für eine solche Gefälligkeit verlangt habe, habe ein ehemaliger Patient erzählt.

Der beschuldigte Arzt hat die Anschuldigungen vehement zurückgewiesen. Dass er Geld für die Vergabe eines früheren Operationstermins verlangt habe, sei Blödsinn. Es könne sich nur um ein Missverständnis handeln. Im Krankenhaus existiere zudem ein Vormerksystem für alle Termine: Wenn nicht eine Operation ausfalle, gebe es keinen früheren Termin. Und in seiner Privatordination erstelle er über alle Leistungen nach Abschluss der Behandlung eine Rechnung. Er kassiere keinesfalls Schwarzgeld.

Der Personalvorstand der gespag Karl Lehner kündigte an, mit dem beschuldigten Arzt werde es ein klärendes Gespräch geben. Es gebe Ärzte, die eine Wahlarztordination betreiben würden und dort Privattarife verrechnen könnten. Grundsätzlich stellte er fest, das Vormerksystem für Operationen im Krankenhaus sei so organisiert, dass es zu keinen Unregelmäßigkeiten kommen sollte. Wer aktue Beschwerden habe, komme auch sofort versorgt. (APA)

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