Grüner Korb für Voggenhuber

30. Jänner 2009, 20:04

Bisheriger EU-Parlamentarier darf nicht auf Liste für EU-Wahl kandidieren

Johannes Voggenhuber wird nicht auf die Kandidatenliste der Grünen für die EU-Wahl aufgenommen. Das ist das Ergebnis der Sitzung des erweiterten Bundesvorstandes der Grünen, die am Freitag stattgefunden hat. 12 Personen stimmten, so hört man, in einer geheimen Wahl für die Kandidatur Voggenhubers, 17 dagegen.

Der bisherige Delegationsleiter der Grünen zeigte sich enttäuscht: "Sie sehen, ich habe meine Koffer gepackt." Über seine persönliche Zukunft wollte er nichts sagen. Dies wolle er nicht in der Emotion festlegen. Er sei jedenfalls "tief betroffen". Eine Gegenkandidatur plant er nicht.

Voggenhuber war am Bundeskongress im Kampf um den ersten Listenplatz recht knapp gegen Ulrike Lunacek gescheitert. Nun wollte er einen jener Kandidaten-Plätze, die nicht vom Kongress gewählt sondern vom Erweiterten Bundesvorstand vergeben werden. Ins EU-Parlament wollte Voggenhuber über Vorzugsstimmen einziehen.

Die Meinungen bei den Grünen zur Kandidatur Voggenhubers lagen vor der Sitzung des erweiterten Bundesvorstandes weit auseinander (derStandard.at berichtete), bis zuletzt war unklar, wer bei der Abstimmung die Oberhand gewinnen würde. Niederösterreich und Wien hatten wenig Verständnis für Voggenhubers Ansinnen gezeigt, Kärnten und Salzburg hingegen schon. Die Debatte über die Kandidatenliste hatte gegen 14.00 Uhr mit dem Eintreffen Voggenhubers begonnen.

"Gestörte Vertrauensbasis"

Grünen-Chefin Eva Glawischnig erklärte die Niederlage Johannes Voggenhubers mit einer "gestörten Vertrauensbasis", die nicht weder zu kitten gewesen sei. Es sei bei der mehrstündigen Diskussion im Vorstand am Freitag (richtig) nicht um politische Inhalte sondern um Fragen des Vertrauens gegangen. Sie argumentierte die Entscheidung gegen eine Kandidatur Voggenhubers auch mit der Kandidatenwahl beim Bundeskongress vor zwei Wochen, bei dem der EU-Parlamentarier in einer Kampfabstimmung gegen Ulrike Lunacek die Spitzenkandidatur verloren hatte.

Außerdem sei Voggenhubers Vorstoß, auf dem letzen Listenplatz zu kandidieren, "keine eindeutige Solidaritätskandidatur" gewesen. Voggenhuber hatte heute klargemacht, dass er eigentlich über Vorzugsstimmen wieder an die Spitze wollte.

"Machtfrage"

Aber auch der langjährige Grüne-Abgeordnete schenkte Glawischnig nichts. Voggenhuber warf der Parteispitze vor, es auf einen Konflikt mit ihm angelegt zu haben. "Getroffen" zeigte er sich davon, dass man versucht habe, ihn zum Rückzug zu bewegen. Die Parteiführung habe die Angelegenheit bewusst "zur Machtfrage" erklärt, um damit den Vorstand hinter sich "zu zwingen". (red, APA, derStandard.at, 30.1.2009)

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Posting 626 bis 675 von 2022
Pilz und Chorherr

Es ist sehr wohltuend in den Blogs der beiden zu lesen, daß sie, trotz des erheblichen Risikos für ihre politische Zukunft, offen zu ihrer Meinung stehen und sich nicht der Fehlentscheidung des Zentralkomitees und seiner ehrenwerten Vorsitzenden Glawischnig beugen.

Danke an die letzten Konsequenten Politiker der Grünen Partei!

Riecht nach Spaltung.

danke für den tipp

vor allem chorherr's post hat gut getan... obwohl es letztendlich doch auch nur der versuch der schadensbegrenzung ist.

mit VdB und JV sind die letzten für mich wählbaren leute draußen bei den grünen, jetzt herrscht halt die Befindlichkeit der "Schrecklichen" Glawischnigg ;-)

"daß sie, trotz des erheblichen Risikos für ihre politische Zukunft"

wenn die grünen diesen kurs fortsetzen ist die politische zukunft nach den nächsten wahlen ohnehin zuende

Die Basis muss ein Machtwort sprechen

Es hilft nix, wenn Pilz, Voggenhuber und Chorherr verändern wollen, wenn Sie den Druck der Basis aber nicht hinter sich haben.

Hier bekundete Sympathien sind gut. Wichtiger wäre, dass IHR hier eure Meinung verbalisiert bzw. die RICHTIGEN Meinungen anderer unterstützt.

Damit der Unmut transparent wird:
http://tinyurl.com/pilzwillswissen

Ich denke die Grünen haben vor Allem das Problem - aber auch den Vorteil - , eine sehr breit gefächerte Basis zu haben.

Deswegen hat eine Integrationsfigur wie VdB den Grünen auch so gut getan.

Da gibts die Grün-Wähler, die sehr linke Politik wollen.

Da gibts die Grün-Wähler, die jeden Grashalm schützen wollen

Da gibts die Grün-Wähler, die sich eine sozial-liberale Partei wünschen.

Da gibts die Grün-Wähler, die von Feminismus angetan sind.

Da gibts Grün-Wähler die sehr Europäisch sind, und welche die eigentlich Anti-Europäisch sind.

Das ist für die Grünen eine Chance - aber eben auch schwierig, weil es darum geht, die verschiedenen Erwartungen unter einen Hut zu bringen. Die Grünen brauchen jemanden an der Spitze, der moderiert, und nicht selbst irgendwelche radikalen Positionen vorgibt. VdB hat das geschafft - EG schafft das offensichtlich nicht.

wahrscheinlich haben die Grünen

ein Top-Secret-Reserve-Wahlvolk im Kofferraum.

Erst geht VdB, jetzt Voggenhuber.

Und wen, zur Hölle, soll ich jetzt wählen?

Und wen, zur Hölle, soll ich jetzt wählen?

*lach* ... wenn die grünen so weitermachen, schafft die kpö noch den einzug ins eu-parlament ...

Strache natürlcih

Wenn es bei der Wahl nicht klappen sollte, wird es heißen "Die bösen bösen Wähler (hauptsächlich Männer natürlich) haben alle den Strache gewählt und ncht die smarte Eva!"

bevor ich das tu, entzieh ich mir selber das wahlrecht!

Die Vorgangsweise ist sehr stümperhaft!

Glawischnig und Lunacek, neue Power-Frauen? Nein danke! Schade um die Grünen! Van der Bellen konnte ich wählen, aber jetzt?

hm, anscheinend würden sich doch recht viele, sogar jene denen die Grünen sympathisch sind, darüber freuen wenn die Grünen bei der nächsten EU-Wahl total abstinken. Je höher die Niederlage, desto besser. Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese Lust an der Niederlage so plötzlich kommt. Dieser Frust über die grüne Politik muss sich demnach schon über längere Zeit angesammelt haben und bricht jetzt voll aus. So wie es eigentlich von einigen analysiert wurde, dass die Integrationsfigur vdB ziemlich viel überdeckt hat.

Naja, der extremen Rechten wird es freuen, wenn sich die Grünen auflösen. Wenigstens gilt nicht "Wir halten zusammen, angesichts des gemeinsamen Feinds". WählerInnenmobilisierung sieht anders aus;)

Wenn die Grünen wieder EU-Kritisch werden

könnten sie den Rechten und vor allem HPM viele Wähler wegnehmen.

Ich glaube, damit haben Sie ziemlich ins Schwarze getroffen.

Ceterum censeo

Im übrigen bin ich der Meinung, dass Intrigantschnig und ihr 19 Zwerge vom EBV sofort aus der Partei ausgeschlossen werden müssen.

damit haben die grünen meine stimme verloren

und dabei geht es mich in erster linie gar nicht so sehr um die person v (obwohl er meine vs bekommen hätte), sondern um den umgang mit der basisdemokratie.

damit haben die grünen sich den ast, auf dem sie saßen, selber abgesägt (nicht zum ersten mal) und das, was die "alte garde" der grünen aufgebaut hat, wird nun von glawischnig & co zu grabe getragen, denn ich bin fest davon überzeugt, dass sie so einen großen teil der wählerschaft verstimmt haben.

so kann man schon im vorfeld eine wahl verlieren.

alsdann wenn ich sie richtig verstehe

voggenhuber und das eu-parlament machen in sache basisdemokratie - schon lange nicht mehr so gelacht wie heute.

nein, ich kann sie beruhigen. gar nichts haben sie an der ganzen geschichte richtiug verstanden

alsdann wenn ich sie richtig verstehe

tun sie nicht ...

Wie auch immer man zur Person Voggenhubers stehen mag, der ganze Ablauf zeigt, dass mit seiner Demontage durch die Parteispitze eine neue Dimension in die Politik eingebracht wurde. Hier ging es nicht darum, einen glücklosen Spitzenkandidaten ,der uneinsichtig seinen Posten nicht räumen will loszuwerden, es ging auch nicht darum, einen Kurswechsel einzuleiten-es ging offensichtlich schlichtweg nur darum, eine , von der Parteispitze gewünschte Person auf Platz 1 zu hieven!Und es ist wohl echt einzigartig-und in meinen Augen ein bemerkenswerter Fehler-auch noch öffentlich zuzugeben,dass man befürchtet, Voggenhuber könne mehr Stimmen bekommen, als die Wunschkandidatin!Der Wahlerfolg ist also Nebensache?

und es ist auch ein Rucksack für Ulrike Lunacek, die sicher eine gute und engagierte Politikerin ist. Jetzt aber tritt sie mit diesem unangenehmen Beigeschmack an!

Und das ist nur EINE grundlegende Schwäche des Prinzips Quote.

Hätte die "gute und engagierte Politikerin" Lunaecek auch noch Rückgrat, würde sie heute noch von der Kandidatur zurücktreten.

ich wollte damit eigentlich nur einen weiteren strategischen Fehler aufzeigen!

Alle im Parlament vertretenen Parteien trugen schon mal regierungsverantwortung, nur die Grünen nicht! Warum wohl?

naja, ob FPÖ und BZÖ jemals verantwortung getragen haben

wage ich zu bezweifeln.

die grünen wären nur mit verantwortung in eine regierung gegangen und haben sich geweigert wie o.ä. parteien als beiwagerl einer großpartei zu agieren

Ein verrückter Haufen Weiberregiment ohne was dahinter!

Hoffentlich läßt sich der Voggenhuber nicht unterkriegen. Er hat mehr Anhänger als er und die Grünen glauben!

Weil die Grünen noch nie genug Stimmen bei einer NR Wahl bekommen haben.

Das ist falsch.

Ich würde sagen, es ist richtig und flasch.

Tatsache ist, dass es *mögliche* Mehrheiten gegeben hat, die eine grüne Beteiligung nicht grundsätzlich ausgeschlossen hätten. Selbstverständlich sollte eine Partei auch Regierungsverantwortung anstreben. Aber es kommt auch auf die Inhalte an. Regieren um jeden Preis kann nicht die Lösung sein. Da die Grünen alleine keine 50 % haben, sind sie auf einen Koalitionspartner angewiesen, und um die Kompromissfähigkeit beider Seiten.

Stimmt, Ihre Argumentation ist 100% stimmig!

http://de.wikipedia.org/wiki/Nati... swahl_2002

Nun sind Sie mit dem Argumentieren dran.

Als Glawischnig am Parteitag mit 97% gewählt wurde, fragte sie selbstverliebt-kokett: "Meint ihr das ernst?"

Tja, die Funktionäre und vor allem die Innen feierten einen Triumph, und Glawischnig glaubte, das repräsentiere das grüne Wahlvolk.

Bei der EU-Wahl wird sie nun sehen, wie es wirklich aussieht.

Ob sie den Wiedereinzug schaffen werden?

Die 97% waren kollektives Pfeifen im dunklen Wald.

Die grünen Umfragewerte waren bekannt, aber statt mal nachzudenken ob es nicht in die falsche Richtung geht rückte Grün halt lieber zusammen.

Die warten wahrscheinlich alle dass aus dem Führerinnenbunker der Einsatz einer Wunderwaffe befohlen wird...

Wenn es nach mir geht und offensichtlich auch nach vielen enttäuschten Postern, brauche ich so eine unglaubwürdige grüne Intrigantenpartie nicht im EU-Parlament.
Lunacek soll sich auf eigene Kosten mit ihrer Freundin in Brüssel treffen.

Ich denke schon, dass sie den Einzug schaffen. Es gibt mit Sicherheit auch Wähler, die die Glawischnig-Linie schätzen. Aber ich denke auch, die Grünen werden an Unterstützung verlieren. Die Grünen haben es jetzt verabsäumt, ein breites Angebot zu machen.

Vorzugsstimmen für Voggenhuber hätten theoretisch die Wunschreihenfolge der Parteispitzen umwerfen können. Es wären aber trotzdem - vermutlich zusätzliche - Stimmen für die Grünen gewesen.

vielleicht entsteht ja wieder

eine zweite grün-partei, diese könnte ja sogar wieder VGÖ heißen - Voggenhubers Grüne Österreich. ;)

Das finde ich nicht gut.

Ich vertraue da lieber auf die Selbstreinigungskräfte in der grünen Bewegung. Der Intrigantenstadel gehört ausgemistet, aber freiwillig überlass ich ihnen nicht das gemachte Bett.

Politische Hinrichtung eines internen Kritikers

Wahrscheinlich der Dank dafür, dass er das bisher beste Ergebnis der Grünen eingefahren hat.

"...Voggenhuber gilt allgemein als brillanter Querdenker mit hoher EU-Kompetenz in Fragen Demokratie und europäischer Konvent und war stets verlässlicher Konfliktpartner der Grünen Funktionärinnenkaste. Er forderte stets von diesen Öffnung, Transparenz und mehr inhaltliche Qualität ein, womit er sich in den Parteigremien Feindinnen geschaffen hat, da er den österreichischen Weg des faulen Kompromisses stets ablehnte. Zur Erinnerung: Voggenhuber hat das bis dato beste Wahlergebnis der Grünen mit rund 13,5% in Österreich zu verantworten. "

http://www.glocalist.com/news/kate... ggenhuber/

Konfliktpartner der Grünen Funktionärinnenkaste

und genau daran ist er jetzt gescheitert ... es ist ein jammer ...

genau diese abwahl hat uns gezeigt, wie recht er hatte ...

Funktionärs- statt Basisdemokratie

Für mich der schwerste Sündenfall der Grünen. Das war's dann wohl mit Grünwählen bis auf weiteres.

Das einzig Positive könnte sein, dass statt jahrelanger Stagnation oder scheibchenweisen Niedergangs (an dem dann wieder die dummen Strachewähler schuld sind) ein Paukenschlag in Form (hoffentlich nur) einer deftigen Wahlniederlage Glawischnig und ihre Funktionärsclique hinwegfegt.

Ergänzung zum Titel: ich hab den Chorherr-Blog erst danach gelesen, so offensichtlich abschreiben würd ich nie :-)

wauw

wenn doch alle die jetzt das Ablehnen des 2. Listenplatzes durch Voggenhuber so emotionell bedauern und isch gegeneseitig die grünen stricherl nachschmeissen, doch wirklich grün gewählt hätten!

Offensichtlich

auch am Tag nach dem Sündenfall (= verarschung der Basis) noch unbelehrbar!
Ist es Altersstarrsinn oder juvenile Trotzphase?

Frau. Und Emmanze.

Feministin.

In diesem Forum schmeißen sich schätzungsweise 200-400 Menschen grüne Stricherln nach. Ich gehe einmal davon aus, daß diese Menschen ohnehin mehrheitlich Grün gewählt haben.

Die Ablehnung (eigentlich hat er ja nicht abgelehnt sondern sich nicht beworben) des 2 Listenplatzes beim Bundeskongress war falsch von Voggenhuber. Ja!

Die spätere Einsicht und das Angebot/Ersuchen an die Partei zeugt für mich allerdings von der Ernsthaftigkeit des Johannes Voggenhuber. Dieses Angebot/Ersuchen dann jedoch zurückzuweisen zeugt von Engstirnigkeit. Es scheint mir schon fast ein wenig Infantil.

voggenhuber wollte einfach nicht von denselben intriganten hanseln auf platz zwei gestellt werden

die ihn zuerstmal absägen wollten.
damit wäre er dann für 90% der stimmen verantwortlich gewesen und hätte sich von diesen ahnungslosen auf die schultern klopfen lassen müssen "wir habens doch gesagt, dass das hinhaut mit der lunacek, johannes"

nur hat er halt nicht damit gerechnet, dass das nächste gremium angst vor zuvielen wählerstimmen haben könnte.
welcher politiker in einer demokratie würde je auf die idee kommen, dass diese angst innerhalb einer partei existiert?

Genauso sehe ich es auch..

G. hat ja auch zuerst rausposaunt, das sie gerne V.s Schützenhilfe beim EU Wahlkampf hätten.

Dann kam der Schachzug mit dem letzten Platz von V. Und dann dürfte eine Beraterin G. zugeflüstert haben, das es da diese Möglichkeit der Vorzugsstimmen gibt.

Daraufhin haben es G. Und L. mit der Angst zu tun bekommen - und eben gezeigt das es nur um Frau ging. Bezeichnend da zu Sburny Statemet ("...er ist halt ein Mann..") Man erinnere wie man über D. hergefallen ist, als er es gewagt hat, zu sagen das die Frauen kompetent(?) sind und nicht nur einen busen haben. Sie scheinen mit aller Gewalt beweisen zu wollen das es nur ums X Chromosom geht.

Aber es ist okay, vielleicht braucht Ö eine Feministinnenpartei - die Wähler haben das Wort

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Posting 626 bis 675 von 2022

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