Auf "Telecomando"!

30. Jänner 2009, 14:44
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Im Jahr 2010 wollen die Dresdner Sinfoniker mit einem "Monitor-Konzert" die Synthese von Hochkultur und Technologie vollziehen - Stück von Andrea Molina

Dresden - Das Orchester von morgen braucht keinen Maestro auf Tuchfühlung mehr: Mit einem "Monitor-Konzert" wollen die Dresdner Sinfoniker im Jahr 2010 die Synthese von Hochkultur und -technologie vollziehen, kündigte Manager Markus Rindt am Freitag in Dresden das Spektakel an. Umgeben von 60 Bildschirmen soll Michael Helmrath dann Musiker dirigieren, die in Paris, London, Wien oder Berlin in ihren Wohnungen sitzen und gleichfalls per Display auf den Einsatz warten.

Die große Herausforderung heißt dabei Zeitverzögerung. Denn auf dem zentralen Server müssen alle Daten präzis zeitgleich eintreffen, um das Zusammenspiel zum musikalischen Erlebnis werden zu lassen.

Telekommunikations- und Soundtechnologien

Der italienische Komponist Andrea Molina will für das Projekt "Telecomando" ein Stück schreiben, sagte Rindt. Als Basis dienen Telekommunikations- und Soundtechnologien, die unter anderem vom Institut für Telematik der Universität Lübeck und vom Fraunhofer Institut für Digitale Medientechnologie in Ilmenau entwickelt wurden.

"Verteiltes Musizieren über das Internet ist zwar bereits möglich und wird auch praktiziert - jedoch nur online", erklärte Rindt. In der Dimension eines ganzen Orchesters, dessen Musiker von verschiedenen Standorten aus gemeinsam und in Echtzeit an einem Ort zu hören und zu sehen sind, sei dieses Technologie aber ein Novum.

Zeitgenössische Musik

Die Dresdner Sinfoniker hatten 2008 ihr zehnjähriges Jubiläum mit einem "Ferndirigat" gefeiert. Damals schwang Helmrath in London den Taktstock, während die Musiker im Kulturpalast von Dresden saßen. Die Sinfoniker kommen nur ein bis zweimal pro Jahr zu speziellen Vorhaben zusammen. Ansonsten spielen sie bei namhaften europäischen Orchestern wie dem Royal Philharmonic Orchestra London, den Philharmonikern in Berlin und Wien oder bei der Sächsischen Staatskapelle. Als Dresdner Sinfoniker widmen sie sich ausschließlich zeitgenössischer Musik. (APA/dpa)

 

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    foto: dresdner sinfoniker
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