Strenges Anti-Stalking-Gesetz für Italien

30. Jänner 2009, 14:18
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Freiheitsstrafen bis zu vier Jahren - Strafe wird verschärft, wenn Stalking von einer Personen verübt wird, die eine enge Beziehung zum Opfer hat

Rom - Die italienische Abgeordnetenkammer hat einen Gesetzesentwurf verabschiedet, mit dem im Strafgesetzbuch erstmals das Vergehen der permanenten Belästigung und des sogenannten "Stalking" eingeführt wird. Den Peinigern sollen Freiheitsstrafen bis zu vier Jahre drohen. Sollte das Opfer eines Stalkers ums Leben kommen, ist lebenslange Haft vorgesehen. Bisher können Polizei und Justiz in Italien nur bei Körperverletzung oder Nötigung einschreiten.

Opfer muss dem Angeklagten nicht begegnen

Der Gesetzesentwurf, der jetzt noch vom Senat abgesegnet werden muss, verschärft die Strafe, wenn Stalking von einem Ehepartner, einem Lebensgefährten oder einer Personen verübt wird, die eine enge Beziehung zum Opfer hat. Wer für Stalking verantwortlich gemacht wird, dem soll verboten werden, an Orten zu verkehren, an denen sich das Opfer aufhält. Der Gesetzesentwurf sieht außerdem vor, dass das Opfer bei einem Prozess dem Angeklagten nicht begegnen muss.

Frauenministerin Mara Carfagna begrüßte die Verabschiedung des Gesetzes in der Abgeordnetenkammer: "Dies ist ein großer Tag für die italienischen Frauen und für das Land. Endlich haben Frauen rechtliche Mittel, um sich gegen obsessives Verhalten zu verteidigen, das ihr Leben zur Hölle macht und gravierende Folgen auf psychologischer und physischer Ebene haben kann", so die Ministerin.

Das Wort Stalking stammt aus der Jägersprache und bezieht sich auf das Anschleichen an das Wild. Im Zusammenhang mit Psychoterror bedeutet es das permanente Nachstellen oder Verfolgen einer Person. Die Opfer sind zumeist Frauen. (APA)

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    Frauenministerin Mara Carfagna: "Dies ist ein großer Tag für die italienischen Frauen und für das Land"

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