Operieren und Navigieren

30. Jänner 2009, 14:07
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Im Orthopädischen Spital Speising wurden Prothesenwechsel erstmalig mit Computernavigation gesteuert

Wien - Computergesteuerte Navigationen im OP-Saal werden immer mehr zum Standard in der Medizin. Erstmals wurden im Orthopädischen Spital Speising in Wien nun auch so genannte Revisionseingriffe mithilfe eines Navigationssystems durchgeführt.

Alle 15 Jahre Prothesenwechsel

3 bis 10 Prozent aller Patienten mit künstlichen Knie- oder Hüftgelenken müssen sich nach ca. 15 Jahren nochmals operieren lassen, da ihre Implantate zum Beispiel einen Materialverschleiß aufweisen. Trotz aller Sorgfalt bei Operationen und modernen Implantaten sind solcherart Revisionen in der Orthopädie teilweise immer noch notwendig.

Bislang keine Unterstützung durch Navigator

"Revisionsoperationen sind sehr komplizierte Eingriffe, und konnten daher bislang nicht mit einem Navigator unterstützt werden", erzählt Harald Zehetgruber, Oberarzt der I. Abteilung im Orthopädischen Spital Speising. "Durch eine neue Software und speziell angepassten Instrumenten der Firma Braun Aesculap können wir Operateure uns jetzt aber auch bei Revisionseingriffen navigieren lassen", so Zehetgruber weiter.

Patienten zufrieden

Das Orthopädische Spital Speising setzt das Navigationsgerät bereits vor offizieller Markteinführung mit sehr gutem Erfolg ein, wie Zehetgruber berichtet: "Die ersten klinischen Erfahrungen haben gezeigt, dass diese neue Technik eine präzise Rekonstruktion der Kniegelenke bei wiederholten Operationen erlaubt. Die Röntgen-Ergebnisse zeigten eine sehr exakte Rekonstruktion der Beinachse, ebenso eine sehr gute Wiederherstellung der anatomischen Begebenheiten. Das klinische Ergebnis der Patienten war äußerst viel versprechend. Die Patienten konnten das betroffene Kniegelenk wieder schmerzfrei bewegen und belasten, das Gelenk war in Streckung und Beugung stabil."

Anweisungen für den Chirurgen

"Die Navigation bei einer Operation muss man sich wie jene in einem Auto vorstellen", erklärt Dr. Zehetgruber. "Das Gerät leitet den Chirurgen an, wie das Knie oder die Hüfte genau eingesetzt wird. Nur so kann höchstmögliche Präzision erreicht werden."

Die computerunterstützte Navigation bei Revisions-Eingriffen an Knieendoprothesen wird im Orthopädischen Spital Speising mittlerweile routinemäßig angewendet. Damit ist das Krankenhaus österreichweit führend. (red)

 

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    Der Prothesenersatz ist nach wie vor eine große Herausforderung für Chirugen

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