Von der Regierungs- auf die Tischlerbank

1. Februar 2009, 12:23
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Was macht die ehemalige Staatssekretärin Christa Kranzl? derStandard.at hat nachgefragt

Diese Woche erhielten wir per Mail folgende Userfrage: "Mich würde interessieren, was die ehemalige Staatssektretärin Christa Kranzl nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung macht."

derStandard.at hat nachgefragt:

Die Niederösterreicherin arbeitet nach ihrem Abgang aus dem Verkehrsministerium wieder in der Tischlerei, die sie 1991 mit ihrem Mann gründete, heißt es aus SPÖ-Kreisen. Ein Anruf bei der Firma bestätigt das, allerdings war Kranzl selbst nicht erreichbar: "Sie ist nicht regelmäßig im Büro", so eine Mitarbeiterin.

UnterstützerInnen gesucht

Eigentlich hatte sie im Sommer angekündigt, der neuen Regierung nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Nachdem eine Initiative, unter anderem mit Unterstützung von Alfons Haider, ihren Verbleib in der Politik forderte, wollte sie es sich doch noch überlegen. In den Wochen darauf und nach der Angelobung der neuen Regierung wurde es jedoch still um die ehemalige Staatssekretärin. Im Internet anscheinend nicht: Die Liste der UnterstützerInnen zählte am Freitag 6596 Unterschriften. Zum Vergleich: Im September 2008 waren es rund 1500.

Zwei weitere SP-Politikerinnen saßen ebenso kurz auf der Regierungsbank. Heidrun Silhavy. Heidrun Silhavy startete mit Kranzl im Jänner 2007 als Staatssekretärin. Im Juni 2008 wurde sie zur Frauenministerin befördert, nachdem Doris Bures in ihre Position als Bundesgeschäftsführerin zurückberufen wurde.

Neuer Job in Aussicht

Auf der neuen Regierungsbank hatte sie jedoch keinen Platz mehr. Im Dezember übernahm Gabriele Heinisch-Hosek das Frauenministerium, Silhavy ist heute im Nationalrat Tourismussprecherin. Allerdings könnte sie bald wieder befördert werden: Sie ist als neue Frauenvorsitzende des ÖGB im Gespräch.

Die ehemalige Justizministerin Maria Berger kehrte im Dezember ins Europa-Parlament zurück und leitet dort wieder die SPÖ-Delegation. In Österreich hat sie noch einen Nebenjob: Sie ist Präsidentin des Bundes Sozialdemokratischer AkademikerInnen. (lis/derStandard.at, 30. Jänner 2009)

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    Im vergangenem Jahr saß die Staatssekretärin noch mit ihren KollegInnen im Parlament, heute führt sie gemeinsam mit ihrem Mann wieder ihre Tischlerei.

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