Videoüberwachung im Gemeindebau: Datenschützer bezweifeln Effekt

30. Jänner 2009, 13:21
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Schaar: Mehr Überwachung bedeutet nicht mehr Sicherheit

Mehr Überwachung bedeute nicht automatisch auch mehr Sicherheit - zu diesem Schluss ist Peter Schaar, der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in Deutschland, gekommen. Er nahm bei einer Konferenz anlässlich des Europäischen Datenschutztages am Freitag in Wien zum Thema Videoüberwachung in Wohnhausanlagen Stellung. Auch Waltraut Kotschy, geschäftsführendes Mitglied der Datenschutzkommission, will das Bewusstsein für die Konsequenzen schärfen.

"Der Effekt der Sicherheit tendiert gegen Null"

"In Großbritannien, wo Videoüberwachung flächendeckend eingesetzt wird, setzte Ernüchterung ein. Der Effekt der Sicherheit tendiert gegen Null", erklärte Schaar. Weder würden die Kameras Kriminalität verhindern, noch zur Ausforschung von Tätern dienen, da sich diese etwa mit Wollmützen unkenntlich machen. "Es wurde viel in die Technik investiert und bei der Polizei abgebaut. Der Effekt ist aber nicht der erwünschte", so der Datenschutz-Beauftragte.

"Lösungen können nie einseitig sein"

Kotschy wies darauf hin, dass vor dem Einsatz einer Videoüberwachung die jeweilige Gefährdungssituation bewertet werden müsse. Viele Befürworter seien sich über die möglichen negativen Konsequenzen nicht bewusst. Sicherheit dürfte aber nicht durch Einbußen bei der persönlichen Freiheit "erkauft" werden. "Lösungen können nie einseitig sein. Man muss Wege finden, wo beide Interessen - die Sicherheit und die bürgerlichen Freiheiten - wahrgenommen werden", so Kotschy. (APA)

 

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