Mindestens 30 Tote durch Hitzewelle

1. Februar 2009, 09:35
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Buschbrände und Temperaturen lassen wieder nach - Stromversorgung teilweise zusammengebrochen - mit Video

Sydney - Nach einer tagelangen Hitzewelle sind die Temperaturen im Süden Australiens am Sonntag erstmals wieder gesunken. Buschbrände, die über 6.500 Hektar Land und Wald sowie Dutzende Häuser im Staat Victoria zerstörten, waren nach Behördenangaben weitgehend unter Kontrolle. Am Freitag und Samstag waren insgesamt mindestens 30 Menschen wegen der extremen Temperaturen von bis zu 45,7 Grad Celsius gestorben.

Niedrigere Temperaturen um 30 Grad Celsius und leichter Regen halfen den Feuerwehrleuten in Gippsland im Süden Victorias beim Löschen der Brände. Dennoch könnten starke Winde sie jederzeit wieder neu entfachen, sagte ein Feuerwehrvertreter im australischen Fernsehen. "Es gibt viele Brände, viel Rauch und ein Haufen Leute, die herumrennen." Insgesamt brannten nach Behördenangaben seit Freitag 28 Häuser sowie eine Baumschule in der Region ab. Tausende von Freiwilligen versuchten, die Flammen einzudämmen.

In Melbourne waren am Freitag mehr als 500.000 Häuser und Unternehmen zeitweise ohne Strom, nachdem ein Umspannwerk bei der Hitze explodiert war. Auch Zugverbindungen fielen aus, weil Schienen durch die Hitze verbogen waren. Helfer in der zweitgrößten Stadt Australiens bespritzten sie daraufhin, damit sie sich nicht weiter verbiegen.

Der Energieminister von Victoria, Peter Batchelor, bat die Bewohner um Verständnis, nachdem Unmut laut geworden war. Die Hitzewelle sei beispiellos und mit anderen Naturkatastrophen wie eine Flut oder einem Tornado zu vergleichen. Keine Regierung könne gegen die Auswirkungen kämpfen, ohne dass es Probleme gebe. Victorias Premierminister John Brumby versicherte, jeder verfügbare Feuerwehrmann sei im Einsatz.

Mindestens 30 Tote

Die schlimmste Hitzewelle seit einem Jahrhundert war im Süden Australiens für mindestens 30 Menschen tödlich. Allein in Adelaide, der Hauptstadt des Staates South Australia, starben bis Sonntag 28 Menschen, wie das dortige Gesundheitsministerium mitteilte. Die Mehrzahl von ihnen war über 70 Jahre alt.

Die Behörden forderten die Einwohner deshalb auf, auf ältere Menschen besonders acht zu geben. "Wir wissen, dass ältere Menschen mehr unter Hitze leiden, insbesondere die, die schon chronische Krankheiten am Herzen oder der Niere haben", sagte ein Vertreter der Gesundheitsbehörde in South Australia. Zusätzliche Rettungsteams waren im Einsatz, um allen Bedürftigen zu helfen. Der australische Regierungschef Kevin Rudd sprach angesichts der Hitze von einer "hässlichen Zeit". Der südliche Teil Australiens sei derzeit wie ein Pulverfass.

Rund 30.000 Australier ließen sich durch die Hitze aber nicht ihren Spaß verderben und besuchten trotzdem ein Open-Air-Konzert. (APA/AFP/dpa)

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