Innsbrucker Physiker erhält hoch dotierten Forschungspreis

30. Jänner 2009, 12:57
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"Foundation Frontiers of Knowledge Award" an Peter Zoller und Ignacio Cirac

Innsbruck - Der Innsbrucker Physiker Peter Zoller erhält gemeinsam mit seinem spanisch-deutschen Kollegen Ignacio Cirac einen der höchst dotierten internationalen Forschungspreise. Mit einem Preisgeld von 400.000 Euro für je eine von acht Kategorien unterstützt der von der spanischen "Banco Bilbao Vizcaya Argentaria" (BBAV) gestiftete "Frontiers of Knowledge Award" sowohl Künstler als auch Wissenschafter.

Zoller und Cirac wurden "für ihre weltweit führende Rolle bei der Entwicklung neuer theoretischer Konzepte in der Quanteninformation" in der Kategorie Grundlagenforschung ausgezeichnet, heißt es in der Begründung der Jury, die vom Nobelpreisträger Theodor W. Hänsch geleitet wird. Beide hätten neue theoretische Einsichten formuliert und zahllose Experimente in einem weiten Feld von Atomen und Ionen bis zu kondensierter Materie inspiriert.

Institutionen

Zoller arbeitet an der Universität Innsbruck sowie am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Cirac war bis 2001 Professor in Innsbruck und ist jetzt am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei München (Deutschland).

"Es ist eine große Ehre und Anerkennung für unsere Arbeit", sagte Zoller nach der Bekanntgabe der Preisträger. In den vergangenen zehn Jahren sei das Feld der Quanteninformation enorm gewachsen, und nach und nach würden sich viele der Erwartungen bestätigen.

Auf dem Weg zum Quantencomputer

Zoller hat als Theoretiker wesentliche Arbeiten zur Wechselwirkung von Laserlicht und Atomen verfasst. Neben grundsätzlichen Entwicklungen in der Quantenoptik ist ihm insbesondere auch der Brückenschlag zur Quanteninformation gelungen. Ein von ihm und Cirac 1995 vorgeschlagenes Modell eines Quantencomputers basiert auf der Wechselwirkung von Lasern mit kalten, in einer elektromagnetischen Falle gespeicherten Ionen. In Grundzügen wurde diese Idee in den vergangenen Jahren bereits experimentell umgesetzt, und sie zählt zu den erfolgversprechendsten Konzepten auf dem Weg zu einem skalierbaren Quantencomputer. (APA)

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