Uribe wegen möglicher dritter Amtszeit unter Druck

30. Jänner 2009, 12:39
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Für neuerliche Kandidatur wäre Verfassungsänderung nötig - Abgeordnete verlangen bei einem Treffen mit Uribe Klarheit über seine politische Zukunft

Bogotá - Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe sorgt mit seiner undurchsichtigen Haltung zu einer möglichen dritten Amtszeit für Unmut in den eigenen Reihen. Wie am Donnerstag (Ortszeit) aus Parlamentskreisen in Bogotá verlautete, verlangten mehrere Abgeordnete der Regierungskoalition bei einem Treffen mit Uribe Klarheit über seine politische Zukunft. Uribe, der am Samstag Berlin besuchte, müsste für den Fall einer neuerlichen Kandidatur die Verfassung ändern lassen.

Die Uribe nahe stehenden Zeitung "El Colombiano" berichtete, dass der Staatschef seine Entscheidung gegen eine Kandidatur bei den Wahlen 2010 bereits getroffen habe und "Platz für neue Führungskräfte" machen wolle. Uribe selbst sagte am Samstag nach einem Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel im Berliner Bundeskanzleramt, er kandidiere nicht für eine dritte Amtszeit: "Ich habe keine Interesse, als Präsident weiterzumachen."

Ein hochrangiger Berater des Präsidenten konnte den Bericht nicht bestätigen. Uribe, der in der Bevölkerung Zustimmungswerte von mehr als 70 Prozent erreicht, war 2002 erstmals an die Spitze der kolumbischen Staates gewählt worden. Bereits für die Wiederwahl 2006 hatte er die Verfassung ändern lassen. (APA/red)

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