DSV Leoben bringt Konkursantrag ein

30. Jänner 2009, 17:25
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Spielbetrieb in Erste Liga soll bis Sommer weiterlaufen, danach Abstieg in Regionalliga - Spieler ablösefrei

Leoben - Mit dem DSV Leoben muss der dritte steirischeTraditionsclub nach Sturm Graz und GAK Insolvenz anmelden. Die unter akuten Finanzsorgen leidenden Donawitzer werden in der kommenden Woche einen Konkursantrag für die den Profibetrieb finanzierende "DSV Steirischer Fußballverein GmbH" einbringen. Der Spielbetrieb in der Erste Liga soll im Frühjahr in abgespeckter Form mit einem Sparprogramm gesichert sein.

Im Sommer wird sich Leoben aber erstmals seit dem Aufstieg 1956 aus einer der beiden höchsten österreichischen Leistungsklassen verabschieden. Geplant ist, ähnlich dem GAK, ab kommender Saison in der Regionalliga einzusteigen. Sämtliche Akteure der Leobener sind kostenlos frei und treten aus ihren aktuellen Verträgen aus, die Transferzeit für die DSV-Profis verlängerte sich nach Absprache mit der Liga damit bundesliga-intern (Bundesliga bzw. Erste Liga) bis zum Erste-Liga-Start am 6. März.

Abstieg fix

Der Konkursantrag für die erst im Herbst 2007 gegründete GmbH wird beim Landesgericht Leoben eingebracht. Die Außenstände der Gesellschaft sollen sich laut Medienberichten auf mehrere hunderttausend Euro belaufen. Da die Lizenz der Bundesliga aber beim Verein liegt, ist das weitere Antreten in der Erste Liga bis Sommer gesichert. Danach ist ein Verbleib aber selbst bei der sportlichen Qualifikation des aktuellen Tabellenneunten nicht möglich. Der Abstieg ist laut einem Liga-Statut fix, sobald ein Teil des Vereins in Konkurs geht.

"Mit welchen Spielern wir rechnen können, wird sich erst am Dienstag (nach Transferschluss, Anm.) herausstellen", meinte Präsident Eduard Lieber, der erst Mitte Dezember das Amt vom langjährigen Vereinsboss Hans Linz übernommen hatte. Dessen Firma, die Hans Linz Finanzberatung, war von den Turbulenzen bei der Kärntner Beteiligungsgesellschaft AvW Gruppe massiv betroffen und fiel als Hauptsponsor der Leobener aus. Die intensive Sponsorsuche war danach erfolglos geblieben. Bis Sommer soll das Budget laut Lieber nun mittels der Einnahmen aus Bundesliga- und TV-Geldern sowie Fördergeldern und Zuschauereinnahmen gesichert sein.

Fix rechnen können die Leobener mit den beiden Mittelfeldspielern Raphael Reifeltshammer (22) und Ivica Lucic (27).  Beide kommen vom Kapfenberger SV, der das Duo kostenlos bis Sommer verleiht. Lucic hat in der Hinrunde immerhin seine ersten drei Einsätze in der Bundesliga absolviert.

Der Liga würde selbst ein vorzeitiger Ausstieg der Obersteirer keine Probleme bringen, da die Hälfte der Meisterschaft bereits absolviert wurde. Künftige Spiele würden laut Statut deshalb mit 3:0 für den Gegner gewertet werden. Dass die Leobener, die die Lizenz im Vorjahr in erster Instanz mit finanziellen Auflagen erhalten hatten, in solche Schwierigkeiten rutschen könnten, sei nicht vorhersehbar gewesen, meinte Bundesliga-Vorstand Georg Pangl. (APA/red)

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