Verhandlungen sollen bis März beendet sein

30. Jänner 2009, 12:08
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30 Prozent des frischen Kapitals sollen von Privaten gezeichnet werden

Wien - Weil gegen Jahresende 2008 andere Fälle dringender waren, sind die Verhandlungen zwischen der Erste Group und dem Bund für staatliche Eigenkapitalunterstützung via Partizipationskapital unterbrochen worden. Ursprünglich wollte der Vorstand spätestens Anfang 2009 fertig sein, nun wird noch weiter gefeilscht. Von den 2,7 Mrd. Euro an frischem Kapital (Partizipationskapital), das die Erste Group nach Hauptversammlungsbeschluss vom 2. Dezember aufnehmen kann, will die börsenotierte Konzernholding 30 Prozent von Privaten zeichnen lassen.

Das sei jedenfalls das, was die Holding anstrebe, sagte am Donnerstag Abend die Generaldirektorin der Erste Bank Österreich, Elisabeth Bleyleben-Koren, bei einem Pressegespräch in Wien. "Wenn 30 Prozent privat gezeichnet wird, sind die Konditionen günstiger und es gibt keine Beschränkungen bei der Dividende." Und Dividendenzahlungen sind der Bank wichtig. Die Holding sei zuversichtlich, dass sie die 30 Prozent private Finanzierung - in Summe 900 Mio. Euro - schafft, hieß es.

Grundsätzlich können nach den Bestimmungen zum Bankenpaket dabei Altaktionäre 10 Prozent zeichnen. Die Sparkassen als Erste-Aktionäre scheiden aber für die Zeichnung von PS aus, weil sie mit ihrem Spitzeninstitut im Haftungsverbund sind.

Unter welchen Bedingungen sich die Erste Group vom Staat ihr PS-Kapital im Detail holt, ist noch nicht ausverhandelt. Bleyleben-Koren geht davon aus, dass es im Lauf des 1. Quartals, jedenfalls aber im ersten Halbjahr, so weit ist.

Die Erste Group verpflichete sich in den erste Verhandlungen mit dem Bund, in den nächsten drei Jahren Kredite für heimische Firmen- sowie Privatkunden von jeweils mindestens 3 Mrd. Euro zu vergeben.

Keine Teilverstaatlichung

Auf Journalistenfragen, ob sie es für möglich halte, dass der Staat bei der Erste Group nicht nur mit PS-Kapital einsteigt, sondern irgendwann einmal direkt ins Aktienkapital ("Teilverstaatlichung"), sagte Bleyleben-Koren: "Ich glaube das nicht". Bei Vorlage der Ergebnisse für 2008 würden alle ihre Zuversicht teilen, sagte sie bei der Pressekonferenz. Zu den 2008-er Zahlen sagte sie nichts, bekräftigte aber, dass für 2009 in der Gruppe ein Betriebsergebniszuwachs von 10 Prozent erwartet werde. Da habe Österreich einen entsprechenden Anteil daran.

Branchenspekulationen, wonach mit dem Kursrutsch der Erste-Aktie in den letzten Wochen die Hauptaktionärin (Privatstiftung, 31 Prozent) unter Druck geraten sei, wie viele andere Investoren, die ihre Aktienpakete auf Kredit finanziert hätten, zerstreute Bleyleben-Koren: Für die Kredite der Stiftung seien keine Erste-Aktien verpfändet worden. Über die Kreditgeber schweigt sie unter Hinweis aufs Bankgeheimnis eisern. Die Kredite seien jedenfalls "nicht in der Gruppe". (APA)

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