Ablöse der ORF-Führung käme teuer

30. Jänner 2009, 12:01
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Im Falle eines vorzeitigen Austausches der ORF-Führung könnte einige Millionen Euro kosten

Mehrere Millionen Euro könnte die von Teilen der Regierung angedachte und in verschiedenen Medien kolportierte vorzeitige Ablöse der ORF-Geschäftsführung die Gebührenzahler kosten. Da ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und seine sechs Direktoren über Verträge bis Ende 2011 verfügen, müssten diese ausgezahlt bzw. über eine einvernehmliche Lösung abgefunden werden. In der Wirtschaft üblich sind Abfindungssummen zwischen 40 und 60 Prozent der Vertragssumme. Im Fall der ORF-Direktoren könnte dies in Summe zwei bis drei Millionen Euro ausmachen.

Die Gehälter der ORF-Geschäftsführung wurden zuletzt im ORF-Rechnungshofbericht veröffentlicht. So verdiente ORF-Chef Wrabetz 2007 349.000 Euro, die sechs Direktoren kamen auf 240.000 bis 250.000 Euro. Würde die ORF-Führung - wie in verschiedenen Medien kolportiert - bereits im Sommer ausgetauscht, würden bis Ende 2011 ohne Berücksichtigung etwaiger Valorisierungen Gehaltsfortzahlungen in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro anfallen. Bei einer Abfindung von 60 Prozent wären in diesem Fall 2,7 Millionen Euro fällig.

Unberücksichtigt sind dabei noch Abfertigungsansprüche, auf die das Direktorium laut Vertrag ebenfalls Anspruch hat. Legt man den Rechnungshofbericht zugrunde, fallen für das ORF-Direktorium nach Ablauf der fünfjährigen Funktionsperiode in Summe Abfertigungen von über 800.000 Euro an. Diese müssten bei einer vorzeitigen Vertragsauflösung aliquot abgegolten werden. (APA)

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