Intel bringt superflottes Linux für Netbooks

30. Jänner 2009, 11:44
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Erste Testversion zum Download - Bootvorgang um ein vielfaches flotter als bei Windows und anderen Linux-Systemen

Bereits seit einiger Zeit versucht sich Intel mit Moblin an einer eigenen Linux-Variante für mobile Internet-Devices, ein Unterfangen, das man allerdings in letzter Zeit erheblich intensiviert hat. Mit der Veröffentlichung einer Alpha-Version von Moblin 2 Core gibt man nun einen ersten Vorgeschmack davon, wohin die Entwicklung in Zukunft gehen soll - und demonstriert dabei auch, dass gerade im Netbook-Markt noch einiges an softwareseitigen Performance-Optimierungen drinnen ist.

Alles neu

So versammelt die Moblin 2 Core Alpha zahlreiche aktuelle Entwicklungsschwerpunkte des Prozessorherstellers, den Kern bildet etwa eine Vorversion des Kernel 2.6.29 samt Kernel Mode Setting. Auch der X.org Server mit der neuen Generation der Direct Rendering Infrastructure (DRI2) kommt bereits zum Einsatz.

Fastboot

Wirklich beeindruckend aber die Verbesserungen bei der Startzeit des Rechners dank Intels unter dem Begriff "Fastboot" zusammengefassten Verbesserungen in diesem Bereich: Auf eine HP Compaq Mini 701eg Netbook benötigt Moblin 2 in unseren Tests bis zum fertigen Desktop gerade einmal rund 20 Sekunden. Zum Vergleich: Das vorinstallierte Windows XP ist erst nach 1:20 fertig, der Ubuntu Netbook-Remix-Ableger Easy Peasy braucht noch immer 1:10. Dabei sieht sich Intel noch nicht am Ende seiner Optimierungen angekommen, das Ziel sei auf einem System mit Atom-Prozessor und Solid State Disk in 5 Sekunden fertig gebootet zu haben, so das Unternehmen.

Netzwerk

Eine weitere Neuerung in Moblin 2 ist ein eigener Netzwerkmanager namens ConnMan, der speziell auf geringen Ressourcenbedarf ausgelegt ist. Dazu passend gibt es auch bereit ein GTK+-basiertes grafisches Administrations-Tool.

Desktop

Beim Desktop gibt sich Moblin derzeit noch recht spärlich, ein normaler Xfce kommt hier zum Einsatz, im Hintergrund werkelt das Unternehmen aber bereits an einem eigenen grafischen Frontend auf Basis der vor wenigen Monaten zugekauften 3D-Bibliothek Clutter. Dafür kommt das System schon jetzt mit recht wenig Speicher aus, etwas mehr als 80 MByte sind es nach dem Starten. An Software wird unter anderem auch die Pimlico Suite ausgeliefert, eine leichtgewichtige Alternative zu diversen Komponenten der Evolution-Groupware.

Download

Dem frühen Entwicklungsstand ist allerdings geschuldet, dass noch nicht alle gängigen Netbooks problemlos mit Moblin 2 laufen, so funktioniert etwa beim ASUS EeePC 901 das WLAN nicht. Wer trotzdem schon jetzt einen Vorgeschmack auf die Software bekommen will, kann sich die Software in Form eines Live-CD-Isos oder virtueller Disks für VMware und KVM herunterladen. Alternativ ist es auch möglich mithilfe des Mobilin Image Creators eigene Images zu erstellen. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 30.01.2009)

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