Eine Frau gegen vier Männer

29. Jänner 2009, 20:54
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VP-Haslauer und BZÖ-Fauland kandidieren zum ersten Mal

Salzburg - Bei den Landtagswahlen am 1. März tritt LH Gabi Burgstaller (S) gegen vier Männer an: Neben FPÖ-Chef Karl Schnell (54) und dem 58-jährigen Cyriak Schwaighofer (Grüne), die schon am 7. März 2004 Spitzenkandidaten waren, kämpft die SPÖ-Landeschefin (45) nun auch gegen LHStv. Wilfried Haslauer (52), der erstmals die ÖVP in eine Landtagswahl führt, und Markus Fauland (41), der mit dem BZÖ den Einzug in den Landtag schaffen will.

Erste Landeschefin

Die am 23. Mai 1963 in Penetzdorf/Niederthalheim bei Schwanenstadt geborene und gelernte Juristin Burgstaller wurde in der Öffentlichkeit erstmals bekannt, als sie 1989 kurz nach ihrem Eintritt in die Konsumentenschutzabteilung der Arbeiterkammer Anzeige gegen bedeutende Manager des Bautreuhand/IMMAG/WEB-Imperiums erstattete. Ihre politische Laufbahn begann sie 1994 als Abgeordnete zum Salzburger Landtag, am 27. April 1999 wurde sie zur Landesrätin gewählt. Am 31. März 2001 wurde Gabi Burgstaller mit 98 Prozent Zustimmung zur Landesparteivorsitzenden der Salzburger SPÖ, am 25. April 2001 kürte sie der Landtag zur ersten Landeshauptmann-Stellvertreterin. Burgstaller schaffte es bei der Landtagswahl am 7. März 2004, im Land Salzburg die Vorherrschaft der ÖVP zu brechen und wurde am 28. April 2004 als erste Frau vom Landtag mit großer Mehrheit zur Landeshauptfrau gewählt.

Schausbergers Nachfolger

Wilfried Haslauer wurde am 3. Mai 1956 in Salzburg als Sohn des - mittlerweile gestorbenen Landeshauptmannes - Wilfried Haslauer sen. geboren. Haslauer jun. hatte keine Ambitionen, in die Politik einzusteigen, sondern schlug die Anwaltskarriere ein und war von 1985 bis 2004 selbstständiger Rechtsanwalt mit vier weiteren Partnern in Salzburg. Ex-Landeshauptmann Franz Schausberger zauberte im Jänner 2004 Anwalt Haslauer als seinen Nachfolger aus dem Hut. Nach den Wahlen am 7. März trat der Quereinsteiger die Nachfolge des abgewählten Landeshauptmannes an. Haslauer schlichtete die Streitereien innerhalb der Partei und festigte seine Position.

Abgewählter Landesrat

Der am 7. April 1954 in Flachau (Pongau) geborene Schnell ist praktischer Arzt in Saalbach-HInterglemm (Pinzgau). Seine bewegte politische Laufbahn begann er 1991 als FPÖ Generalsekretär. Seit 1992 ist Schnell Landesparteiobmann der Salzburger Freiheitlichen, und von 1992 bis 1997 gehörte er der Salzburger Landesregierung an, bis er im Zuge der sogenannten "Datenklau-Affäre" als Landesrat abgewählt wurde. Seither ist Schnell Klubobmann im Landtag.

Grüner Kulturfreak

Der Grüne Fraktionsobmann Schwaighofer wurde am 7. April 1950 in Werfen (Pongau) geboren. Seine politische Laufbahn begann der Lehrer und Kulturfreak als Gemeinderat in Goldegg, wo er von 1984 bis 1989 für die ÖVP im Gemeindeparlament saß. Eine Unterschrift unter eine Protestliste war dann der Beginn von Schwaighofers Grün-Karriere. Seit den Landtagswahlen 1999 ist Schwaighofer im Salzburger Landtag als Chef der Grünen vertreten.

Nationalratsabgeordneter

Der für das BZÖ antretende Fauland wurde am 13. Jänner 1968 in Salzburg geboren und trat 1993 beim österreichischen Bundesheer ein. Seine politische Karriere begann er 1999 bei den Freiheitlichen, von Juli 2004 bis Oktober 2006 saß er für sie im Nationalrat. Gleich nach der Gründung des BZÖ 2005 wechselte er zu den Orangen. Jörg Haider ernannte Fauland dann zum Bündniskoordinator. (APA)

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    Die neue Landeshauptfrau im April 2004 vor dem Salzburger Landtag.

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