Gerhard Richter am Kunstmarkt

29. Jänner 2009, 18:59
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2007 verzeichnete man mit 61,68 Millionen Euro für 159 Kunstwerke den höchsten Jahresumsatz weltweit

Auf dem Kunstmarkt steht Gerhard Richter weniger exemplarisch für den Hype auf Zeitgenössische als für eine solide Entwicklung. Vom Boom (seit 2003 Zuwachs um 108 Prozent) profitierte er dennoch: Hätte man 1998 100 Euro in die fiktive Richter-Aktie investiert, dann läge ihr Wert derzeit bei 599 Euro. Die stärkste Initialzündung für die weltweite Nachfrage lieferte die "40 years of painting" Retrospektive (2002/2003, u.a. MoMA New York).

Für 2008 liegen noch keine detaillierten Auswertungen der Auktionshäuser vor, 2007 verzeichnete man mit 61,68 Millionen Euro (für 159 Kunstwerke) den bislang höchsten Jahresumsatz weltweit: zu 55 Prozent trugen hier Verkäufe in den USA bei, gefolgt von Großbritannien mit 40 Prozent.

Die magische Millionengrenze überschritt eines seiner Werke in einer Auktion erstmals 1998, als sein Seestück von 1970 bei Sotheby's (London) statt der erwarteten 300.000-400.000 für 1,3 Millionen Pfund (netto) den Besitzer wechselte. Dieser Rekord ist längst Geschichte, erst recht seit November 2008. Die Verkaufsquoten purzelten krisenbedingt in den Keller, nicht aber für Gerhard Richter. Für Abstraktes Bild (710) bewilligte ein anonymer Sammler bei Christie's (New York) den vorläufigen Weltrekord von 10,39 Millionen Euro (brutto 11,79 Mio). (kron, DER STANDARD/Printausgabe, 30.01.2009)

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