Raiffeisen kauft sich bei UTA ein

7. März 2003, 14:38
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Banken-Gruppe stockt Anteil an zweitgrößtem Telekom-Betreiber auf Sperrminiorität auf

Wien - Die Raiffeisen-Gruppe stockt ihren Anteil an der UTA von 9 auf 26 Prozent auf. Darauf haben sich Raiffeisen und der UTA-Haupteigentümer VTÖB - eine Vereinigung österreichischer Energielandesversorger - nach monatelangen Verhandlungen Donnerstagabend geeinigt. Die Aufstockung erfolgt laut UTA-Mitteilung von Freitag über eine Kapitalerhöhung. Raiffeisen hält danach die Sperrminorität am zweitgrößten Telekom-Betreiber des Landes. Die restlichen 74 Prozent liegen bei der VTÖB.

RZB-Vorstand Manfred Url betonte in einer Pressemitteilung, dass die Raiffeisen "mit diesem Schritt den erfolgreichen Wachstumskurs von UTA" unterstütze. UTA-Aufsichtsratschef Herbert Hönlinger wertet die Einigung als "deutliches Stärkesignal auf einem in der Konsolidierung befindlichen Markt". UTA-Vorstand Johannes Schwertner sieht in der Aufstockung der Raiffeisen-Anteile "eine klare Bestätigung unseres bisherigen Weges und das direkte Resultat der deutlichen Profitabilitätsverbesserung der vergangenen beiden Jahre".

Frisches Kapital

Wie viel frisches Kapital die UTA im Zuge des Deals erhält, bleibt aber vorerst unklar. Über alle Details haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart. Die Zustimmung der verantwortlichen Gremien der Raiffeisen-Gruppe (über die ECOT Internet-Holding, einer Gesellschaft von RZB, Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, RLB Steiermark und UNIQA an der UTA beteiligt) sowie der VTÖB (Bewag, EVN, Kelag, Energie AG Oberösterreich, Steweag, Tiwag, VKW und Wiener Stadtwerke) ist noch ausständig.

Unabhängig von der Kapitalerhöhung sollen die UTA-Eigentümer heuer noch 10 bis 15 Mio. Euro zuschießen. Damit sei das Unternehmen ausfinanziert, hieß es zuletzt.

Umsatz-Anstieg

2002 hat die UTA 248 Mio. Euro umgesetzt, um 6 Prozent mehr als im Jahr davor. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag im Vorjahr vorläufigen Berechnungen zufolge bei minus 10,6 (2001: minus 63) Mio. Euro. Für das laufende Geschäftsjahr plant die UTA ein Umsatzplus von 7 Prozent auf rund 266 Mio. Euro. Das EBITDA soll auf plus 11,2 Mio. Euro drehen.

Ende 2002 hatte die UTA 460.000 Telefon- und 330.000 Internetkunden, davon 15.000 ADSL-Kunden. Bis Ende 2003 soll die Zahl auf 530.000 Telefon- und 350.000 Internetkunden - davon 21.000 ADSL-Kunden - steigen. (APA)

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