Schwarzes Gold im Weinviertel

7. März 2003, 18:16
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OMV gelingt größter Öl- und Gasfund in Österreich seit 25 Jahren - Mineralölkonzern rechnet mit weiteren Großfunden - mit Infografik

Hohenruppersdorf/Wien - "Ich erwarte, dass wir noch mindestens 20 Jahre in Österreich wirtschaftlich Öl und Gas fördern werden", sagt der für Exploration und Produktion zuständige OMV-Vorstand Helmut Langanger im STANDARD-Gespräch, "und ich weiß, wovon ich rede." Sprich: Es gibt neueste seismische Untersuchungen in Österreich, die ähnliche Großfunde versprechen, sollte gebohrt werden wie kürzlich im Falle von "Erdpress 1", ca. 35 km nordöstlich von Wien an der so genannten Steinbergbruchzone, unweit vom größten geschlossenen Onshore-Feld Europas in Matzen. Laut OMV-Aussagen vom Freitag sei dort der größte Einzelfund seit der Entdeckung des Feldes Hochleiten 1977 gelungen. Dies sei einem Entwicklungssprung bei der seismischen Technologie vor drei Jahren zu verdanken.

500.000 Tonnen Rohöl

Gefunden wurden rund 4,5 Millionen Barrel Öläuquivalent, was rund 500.000 Tonnen Rohöl entspricht. Mit Erweiterungsbohrungen wären noch drei Millionen Barrel drinnen. Gefunden wurden auch 200 Millionen Kubikmeter Erdgas. Nicht übermäßig im Vergleich zu einem Mineralöl-Jahresverbrauch von zehn Millionen Tonnen in Österreich und einer Erdgas-Nachfrage von 15 Milliarden Kubikmetern.

Aber, so Langanger, der Fund garantiere, dass der Anteil der heimischen Produktion am Gesamtbedarf in den nächsten Jahrzehnten aufrechterhalten werden kann. Die alten Bohrfelder zeigten einen "natürlichen Produktionsabfall" von acht bis zehn Prozent jährlich.

Derzeit holt die OMV rund eine Million Tonnen des schwarzen Goldes aus heimischen Quellen vor allem im Wiener Becken, was also zehn Prozent des Bedarfs entspricht. Bei Erdgas sind es 15 Prozent.

3,5 Millionen Euro Kosten

Die Gesamtkosten des neuen Projekts, inklusive Bohrung, Inbetriebnahme, Obertageinstallationen und Anschluss an das Leitungsnetz, beziffert die OMV mit 3,5 Millionen Euro. Der Produktionsbeginn ist für Ende 2003 geplant, die OMV rechnet zu Beginn mit einer Förderrate von täglich rund 300 Barrel.

2002 wurden in Österreich von der OMV 22 Bohrungen mit insgesamt 41.000 Meter Tiefe "abgeteuft" (so sagt der Bergmann zum Herstellen eines senkrechten Bohrloches), davon waren 17 wirtschaftlich fündig. (szem, DER STANDARD, Printausgabe 8.3.2003)

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OMV
  • Die OMV lässt das Öl im Weinviertel sprudeln. (Symbolbild)
    montage: derstandard.at

    Die OMV lässt das Öl im Weinviertel sprudeln. (Symbolbild)

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