Zwölftes Rekordergebnis in Folge

7. März 2003, 14:12
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Semperit AG Holding will auch 2003 weiter wachsen - Niedriger Dollar hemmt Umsatz, hilft aber auch beim Einkauf

Wien - Der börsenotierte Hersteller von Spezialgummi-Produkten Semperit AG Holding gibt sich mit zwölf Rekordergebnissen in Folge nicht zufrieden und plant auch für 2003 "deutlich" mehr Umsatz und ein besseres Ergebnis. Die beiden größeren Geschäftssparten medizinische Handschuhe und Schläuche sollen dabei einen besonderen Wachstumsbeitrag liefern. Dies sagte Rainer Zellner, Generaldirektor der Industriegruppe mit operativem Hauptsitz im niederösterreichischen Wimpassing, bei der Präsentation der vorläufigen Zahlen 2002 am Freitag in Wien. Zellner plant für das zweite Halbjahr weitere Akquisitionen bzw. neue Fabriken im Fernen Osten.

Wachstum aus eigener Stärke

"Die schwierigen Rahmenbedingungen werden sich weder bei der Konjunktur noch beim Dollarkurs ändern", glaubt Zellner. Daher werde das Wachstum aus der eigenen "Wettbewerbsstärke" kommen müssen. In Singapur soll heuer eine neue Handels- und Vertriebstochter aufgebaut werden, in China will man - nach einer Akquisition im vergangenen Jahr - in der zweiten Jahreshälfte ein weiteres Werk erwerben oder bauen, sagte Zellner. Auch diese Fabrik dürfte im Großraum Shanghai liegen.

Die negativen Auswirkungen teils explodierender Preise bei den Rohstoffen will man durch die Nutzung des schwachen Dollars beim Einkauf kompensieren. Auf der anderen Seite "tut uns der schwache Dollar natürlich weh", sagte Zellner. Immerhin "fakturieren wir ein Drittel in US-Dollar."

Rekordergebnis

Im vergangenen Jahr hat die Semperit AG Holding zum zwölften Mal in Folge Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis erzielt. Nach vorläufigen Zahlen stieg der Vorsteuergewinn (EGT) 2002 um 8,6 Prozent von 38,3 auf 41,6 Mio. Euro. Der Umsatz lag mit 451,3 (nach 409,1) Mio. Euro um 10,3 Prozent über dem Vorjahr. Der Vorstand will der Hauptversammlung eine "deutlich höhere" Dividende vorschlagen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit knapp 6.000 Mitarbeiter.

Die Semperit AG Holding ist historisch gesehen die "Schwester" des Reifenwerks in Traiskirchen, das im vergangenen Jahr von seiner deutschen Konzernmutter Continental weitgehend still gelegt worden war. Mitte der Achtzigerjahre war die Herstellung der Gummiprodukte von der Reifenproduktion abgespalten worden. Hauptaktionäre der Semperit AG Holding sind heute die B&C-Holding sowie die Wiener Städtische mit je 25 Prozent sowie die Cross Capital Investment von KTM-Vorstand Stefan Pierer (weniger als 10 Prozent). Er rechne nicht mit einer Abgabe von Anteilen durch die beiden Kernaktionäre, meinte Zellner selbstbewusst auf eine Journalistenfrage. Ein besseres Investment gebe es "an der Wiener Börse schon seit sieben oder acht Jahren nicht mehr". (APA)

  • Artikelbild
    bild: semperit.at
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