Barrichello am Freitag voran

8. März 2003, 07:06
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Bestzeit für den Brasilianer im Ferrari vor Raikkonen, Villeneuve und Schumacher - Erstmals neuer Qualifikations-Modus angewendet

Melbourne - Rubens Barrichello hat das erste Einzelzeitfahren in der Formel 1 gewonnen. Der Brasilianer entschied am Freitag in Melbourne die "Vorqualifikation" für den Grand Prix von Australien vor dem finnischen McLaren-Piloten Kimi Räikkönen sowie Jacques Villeneuve (BAR) für sich, Weltmeister Michael Schumacher kam im zweiten Ferrari hingegen nur auf die viertbeste Zeit.

Schumacher eröffnete

Während Barrichello damit am Samstag als Letzter in das für die Startaufstellung entscheidende Qualifikationstraining geht, verlief die Einzelzeitfahr-Premiere für Michael Schumacher nicht ganz wunschgemäß. Der Deutsche musste als Weltmeister eröffnen und war über sieben Zehntel Sekunden langsamer als sein unmittelbar danach fahrender Ferrari-Teamkollegen, am Samstag gehört ihm damit "Startnummer" 17.

Ärger über Rückstand

"Ich fühlte mich wie eine Straßenputzmaschine", beklagte sich Schumacher über viel Schmutz auf der Strecke und fand am Ende das erste Einzelzeitfahren in der Formel-1-Geschichte "ein bisschen langweilig." Auch wenn erst das Samstag-Training zählt, ärgerte sich der fünffache Champ doch über seinen Riesen-Rückstand auf Barrichello. "So etwas passiert mir nicht oft, aber ich kann damit leben."

BAR überrascht

Während neben den schon im Freien Training stark fahrenden McLaren-Mercedes-Piloten vor allem Villeneuve und dessen BAR-Teamkollege Jenson Button (5.) überraschten - im Training waren noch beide Motoren in Rauch aufgegangen - , zählten die beiden BMW-Williams-Piloten Juan-Pablo Montoya und Ralf Schumacher zu den Geschlagenen.

Williams erfüllt Erwartungen

Der Kolumbianer wurde nur Zehnter, Schumacher vergab seine Chancen mit einem Ausritt ins Gras und muss als 16. am Samstag schon als Vierter auf die Strecke. "Wir sind dort, wo wir schon bei den Tests waren, nämlich zu weit hinten", meinte Motorsport-Direktor Gerhard Berger.

Begeisterung für neues Format

Insgesamt konnte der Tiroler dem neuen Trainings-Format aber durchaus etwas abgewinnen. "Es ist toll, wenn man ein Auto über die ganze Runde so konzentriert beobachten kann", sagte Berger und auch Pilot Ralf Schumacher gab zu: "Es war etwas aufregender als sonst." Der deutsche Ex-Rennfahrer Jochen Mass meinte sogar: "Das war zehn Mal besser als das, was wir bisher am Freitag hatten."

Bewährungsprobe bestanden

Nach Regeländerungen am laufenden Band und unschönen Machtkämpfen im Winter hat die neue Formel 1 bei der Saisoneröffnung im Albert Park die erste Bewährungsprobe also offenbar bestanden. "Der Anfang ist gemacht. Jetzt müssen wir alle positiv an die Sache rangehen und guten Sport zeigen", forderte Mercedes-Motorsport-Chef Norbert Haug, der in der vergangenen Woche mit dem umstrittenen FIA-Präsidenten Max Mosley ein "sehr vernünftiges Telefonat" geführt hat.(APA)

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    Rubens Barrichello startete gut ins neue Jahr. Diesmal will der Brasilianer seinem Teamkollegen Michael Schumacher ernsthaft Konkurrenz machen.

  • (Zum Vergrößern)Sauber-Pilot Nick Heidfeld probiert es mit einer unkonventionellen Linie. Antonio Pizzonia im Jaguar zieht an ihm vorbei.

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    Sauber-Pilot Nick Heidfeld probiert es mit einer unkonventionellen Linie. Antonio Pizzonia im Jaguar zieht an ihm vorbei.

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Gemäßigter Verkehr in der Boxenstraße.

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    Gemäßigter Verkehr in der Boxenstraße.

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