USA: Verhaftung wegen "Friedens"-T-Shirt

6. März 2003, 21:33
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Anwalt wurde wegen "belästigendem" Logo in Einkaufszentrum verhaftet - Aus Protest kamen daraufhin rund hundert Friedensaktivisten

Washington - Weil er ein T-Shirt mit der Aufschrift "Give Peace a Chance" in einem Einkaufszentrum getragen hatte, war am Montag ein Anwalt verhaftet worden. Aus Protest waren daraufhin am Mittwoch rund hundert Friedensaktivisten mit ähnlichen T-Shirts durch die Mall im Bundesstaat New York gezogen und hatten den inkriminierten Slogan skandiert. Die Manager des Einkaufszentrums "Crossgates Mall" in Guilderland zogen danach die Anzeige gegen den Anwalt zurück.

Recht auf Meinungsfreiheit

Der 61-jährige Stephen Downs hatte Montag Abend mit seinem 31-jährigen Sohn Roger die extra angefertigten T-Shirts in einem Geschäft der Shoppingmall abgeholt und für die Fortsetzung des Einkaufsbummels gleich angezogen. Als die Sicherheitskräfte des Einkaufszentrums die beiden aufforderten, die Leiberln auszuziehen folgte nur der jüngere Mann der Aufforderung und trennte sich von seinem T-Shirt "No war with Iraq". Der Anwalt beharrte hingegen auf sein Recht auf Meinungsfreiheit und behielt das Leibchen mit dem Aufdruck "Give Peace a Chance" an. Daraufhin wurde er von der Polizei in Handschellen abgeführt.

"Belästigung"

Manager der Shopping Mall erklärten gegenüber CNN, in der Hausordnung des Einkaufszentrums sei die "Belästigung" anderer Kunden verboten. Durch das T-Shirt habe der Anwalt anderen Besuchern seine Meinung aufgedrängt. Stephen Downs erklärte jedoch, er habe niemanden belästigt. Lediglich ein Passant habe ihn gefragt, wo er das T-Shirt gekauft habe, um sich auch eines zuzulegen. (APA)

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