Premiere in Österreich: Luchs mit Sender ausgestattet

29. Jänner 2009, 18:06
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Das Jungtier war im Bezirk Kirchdorf mehrmals in der Nähe von menschlichen Ansiedlungen gesichtet worden

Linz - Österreichpremiere: Ein Luchs ist mit einem Halsband mit einem Sender ausgestattet worden, mit dessen Hilfe jederzeit sein Aufenthaltsort festgestellt werden kann. Das Tier ist im Nationalpark Kalkalpen freigelassen worden. Das Projekt soll wertvolle Erkenntnisse zur Erhaltung dieser für den Menschen ungefährlichen Tierart in der freien Wildbahn bringen. Das teilte der Nationalpark in einer Presseaussendung am Donnerstag mit.

Das Jungtier war im Bezirk Kirchdorf in der Nähe von menschlichen Ansiedlungen aufgetaucht und mehrmals gesichtet worden. Es wurde eingefangen und untersucht. Der Luchs wies keine Anzeichen von Gehegehaltung auf. Es handelte sich somit um ein Wildtier und nicht um eines, das aus einem Tierpark entwischt war. Das Jungtier war männlich, 14 Kilo schwer und gesund. Ihm wurden Blut- und Harnproben zur weiteren genetischen Untersuchung abgenommen. Dann wurde es mit einem Halsband ausgerüstet, in dem sich ein Sender befindet.

Forschungsprojekt

In der Nacht zum Donnerstag wurde der Jungluchs im Nationalpark Kalkalpen in großer Entfernung zum Fangort freigelassen. Jetzt kommt es darauf an, ob er in der Lage ist, sich selbst zu ernähren und so den Winter zu überstehen. Mit dem Halsbandsender können seine Aufenthaltsorte festgestellt und seine Aktivitäten überwacht werden. Daraus erwarten sich seine Beobachter wertvolle Hinweise auf das Raumverhalten von Luchsen, ihre Nahrungspräferenzen und ihr Sozialverhalten.

In der "Projektgruppe Luchs" arbeiten die Landesjagdbehörde, der Landesjagdverband, das Institut für Wildtierkunde der Universität Wien, der Nationalpark Kalkalpen, die Bundesforste, ein Amtstierarzt, der Naturschutzbund und der WWF zusammen. (APA)

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    Erstmals ist in Österreich ein Luchs mit Sender ausgestattet worden.

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