Sozialprogramme werden trotz Sparpakets ausgeweitet

29. Jänner 2009, 17:21
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12,9 Millionen Familien sollen Unterstützung erhalten

São Paulo - Trotz Haushaltseinsparungen in Milliarden-Höhe hat die brasilianische Regierung eine Ausweitung der Sozialhilfe- Leistungen für die armen Bevölkerungsschichten beschlossen. Die Einkommensgrenzen für den Anspruch auf die sogenannte "Bolsa Família" wurden von 120 Reais (40 Euro) auf 137 Reais (45,6 Euro) pro Familienmitglied und Monat heraufgesetzt. Damit wurde der Kreis der bezugsberechtigten Familien von derzeit elf auf bis zu 12,9 Millionen erhöht, wie nationale Zeitungen am Donnerstag berichteten.

Die Gesamtkosten für die Ausweitung des Programmes werden den Haushalt 2009 mit rund 549 Millionen Reais (183 Millionen Euro) zusätzlich belasten und die Gesamtausgaben der "Bolsa Família" auf 11,95 Milliarden Reais (3,98 Mrd. Euro) erhöhen. Die Familien erhalten unter anderem für maximal drei Kinder bis 15 Jahren monatlich je 20 Reais (6,60 Euro).

Wegen der Finanzkrise hatte die Regierung diese Woche Haushaltsmittel von umgerechnet 12,3 Milliarden Euro gesperrt. Die "Bolsa Família" ist eines der Hauptprogramme der Regierung von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva im Kampf gegen das starke Armutsgefälle im Land und stieß auch international auf Anerkennung. (APA/dpa)

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