Zehn Prozent der Lehranfänger machen "Lehre mit Matura"

29. Jänner 2009, 16:43
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Für 95 Teilnehmer starten am Freitag die Kurse - Jugendliche drücken während der Facharbeiterausbildung eine Tag pro Woche die Schulbank

Eisenstadt - Morgen, Freitag, beginnen im Burgenland für 28 Mädchen und 67 Burschen die Kurse im Rahmen der Ausbildung "Lehre mit Matura". Insgesamt nehmen zehn Prozent aller Lehranfänger Teil, erklärte Soziallandesrat Peter Rezar am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt zum Start des neuen Angebots. Dadurch würden der Lehrling und die Berufsausbildung aufgewertet, erklärte Landeshauptmann Hans Niessl.

Im Burgenland seien mit Unterstützung der Unterrichtsministerin in den vergangenen Jahren viele Projekte im Bildungsbereich umgesetzt worden. Für Qualifizierungsmaßnahmen seien im Burgenland bis 2013 insgesamt 70 Mio. Euro vorgesehen, sagte Niessl. Sie sei sehr froh, dass die begonnenen Reformen so gut angenommen werden, so Unterrichtsministerin Claudia Schmied. Seitens des Bundes sei die Basis für "Lehre mit Matura" im Juni 2008 gelegt worden. Pro Lehrling stelle der Bund über 5.000 Euro zur Verfügung, damit die Ausbildung für die Betroffenen gratis sein könne.

Ein Hauptschulabschluss reiche in der heutigen Zeit nicht mehr als Qualifikation aus. Geringer qualifizierte Menschen seien besonders vom Risiko einer Krise betroffen. Den Lehrlingen, die mit der Ausbildung beginnen, wünsche sie viel Durchhaltevermögen, meinte die Ministerin.

Vier Tage Lehre, ein Tag Schule

Mit Lehre mit Matura verlasse man eine "Einbahn", so Landesrat Rezar. Erstmals gebe es in diesem Bereich im Bildungswesen mehr Durchlässigkeit. Die Teilnehmer absolvieren jeweils Montag bis Donnerstag die Ausbildung zum Facharbeiter, am Freitag erfolgt ein achtstündiger Unterricht. Bei der Matura wird in Deutsch, Mathematik, Englisch sowie in einem weiteren Fachbereich das Wissen überprüft.

In den nächsten vier bis fünf Jahren - so lange dauert die Ausbildung - erwarte die Teilnehmer eine schwierige Aufgabe, meinte Arbeiterkammerpräsident Alfred Schreiner. Ursprünglich sei er skeptisch gewesen, ob man an allen drei Standorten beginnen könne und habe mit 40 bis 45 Teilnehmern gerechnet: "Ich wurde sehr positiv überrascht." Für die AK sei wichtig gewesen, dass Lehre mit Matura für die Jugendlichen kostenlos sei.

An den Kursen würden sich Lehrlinge aus allen Branchen beteiligen - von der Kosmetikerin über den Kfz-Techniker bis hin zum Einzelhandelskaufmann und zur Zahnarztassistentin, so Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth. Der Wirtschaft koste die Ausbildung pro Lehrling 6.000 bis 8.000 Euro. 2.500 davon bekomme man refundiert: "Das ist es der Wirtschaft auf jeden Fall Wert." (APA)

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