Hauptverband und Kassen dürfen mitreden

29. Jänner 2009, 16:27
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Aussprache zwischen Dorner und Schelling: "Keine Reformvorschläge gegeneinander machen"

Wien - Nach einem kurzen Konflikt rund um die Qualitätskontrolle bei den Kassenordinationen sind der neue Vorsitzende des Hauptverbands, Hans-Jörg Schelling, und Ärztekammer-Präsident Walter Dorner wieder gut. Sie haben nach einer ersten Aussprache am Donnerstag das im Dezember vergangenen Jahres getroffene Übereinkommen bekräftigt, "in allen Reform-relevanten Dingen auf Gemeinsamkeit zu setzen" - also keine Reformvorschläge gegeneinander zu machen.

Vertragslösungen vor gesetzlichen Regelungen

Schelling hatte neue Qualitätskontrollen bei Ärzten angeregt und damit für Ärger bei der Ärztekammer gesorgt. In einer gemeinsamen Aussendung kündigten Dorner und Schelling nun an, dass Hauptverband und die Krankenkassen in die Qualitätssicherung durch die standeseigene Gesellschaft ÖQMed "inhaltlich und strukturell eingebunden werden", so Schelling und Dorner, die Vertragslösungen "absoluten Vorrang" vor gesetzlichen Regelungen gaben.

Die Ärztekammer werde mit dem Hauptverband einen Vorschlag zur Einbindung der Sozialversicherung in die Organisation und Durchführung der Qualitätssicherung erstellen, eine Arbeitsgruppe solle einen "gemeinsamen Weg" festlegen. Die Ärztekammer will aber, dass die Kontrolle der Ordinationen weiterhin durch speziell dafür ausgebildete Ärzte erfolgt, da nur so die bisher erreichte "hohe Akzeptanz" erhalten werden könne.

Neben dieser Arbeitsgruppe sollen vier weitere Reformmaßnahmen für die Bereiche Konsolidierung der Krankenkassen, neue Modelle der Patientenversorgung, flexible und bedarfsorientierte Planung von Kassenordinationen und EDV-Einsatz erarbeiten. (APA)

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