Wieder mehr FSME-Fälle in Österreich

29. Jänner 2009, 15:02
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Insgesamt wurden im Vorjahr 86 Fälle an Frühsommer-Meningo-Enzephalitis registriert - Impfintervalle sind oft ungenau

Wien - 2008 hat es in Österreich eine deutliche Steigerung der Zahl der Erkrankungen an Frühsommer-Meningo-Enzephalitis ("Zeckenkrankheit") gegeben. Insgesamt wurden laut den vorliegenden Zahlen 86 Fälle registriert. Im Jahr 2007 waren es 46 gewesen. "Die FSME wandert nach Westen", erklärte der Wiener Virologe Franz X. Heinz am Donnerstag bei einem internationalen Medienseminar in Wien.

Viruserkrankung befällt Zentralnervensystem

Insgesamt ist es in Österreich seit 1979 durch die Impfung zu einem Abfall der FSME-Erkrankungen von ehemals fast 700 auf regelmäßig unter 100 gekommen. Heinz: "Aber die Zahlen schwanken stark von Jahr zu Jahr. Das gilt für Staaten mit vielen FSME-Erkrankungen genauso wie für solche mit wenigen." Die durch Zecken übertragene Viruserkrankung befällt das Zentralnervensystem und kann neben leichten auch schwerste Krankheitsverläufe mit Konzentrationsstörungen, Depressionen und Lähmungen bis hin zum Tod des Betroffenen verursachen.

FSME in Europa

Sicherlich ist die "Zeckenkrankheit" nicht das größte volksgesundheitliche Problem. Doch die Zahlen sind europaweit trotzdem beachtlich. Jochen Süss vom Friedrich-Loeffler Institut in Jena: "Zwischen 1990 und 2007 wurden aus europäischen Staaten mit guter Datenlage 157.584 FSME-Erkrankungen gemeldet. Das waren im Durchschnitt 8.755 pro Jahr.

Unkorrekte Impfintervalle

Mit 86 FSME-Patienten, die in Spitäler aufgenommen werden mussten, lag Österreich demnach wieder auf dem Stand von 2006. Damals waren es 84 gewesen. Zwar haben fast alle Österreicher schon einmal eine FSME-Impfung absolviert, die Rate der Personen, die wirklich korrekt im Impfintervall sind, liegt aber laut Umfragen nur bei 64 Prozent. "Die FSME ist ein individuelles Problem. Wer sich impfen lässt, ist geschützt", so der Wiener Sozialmediziner Michael Kunze. Anders ist das bei vielen anderen Infektionskrankheiten - zum Beispiel den Masern -, wo ein hochgradiger Impfschutz der Bevölkerung das Aufkommen der Erkrankung überhaupt verhindern kann. Der Grund dafür liegt in dem Faktum, dass die FSME von Mensch zu Mensch nicht übertragbar ist, die infizierten Zecken aber in der freien Natur praktisch überall lauern können. (APA/red)

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    FSME kann von Mensch zu Mensch nicht übertragen werden, die infizierten Zecken können aber in der freien Natur praktisch überall lauern

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    FSME-Erkrankungen 2000-2008

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