Proteste angekündigt

29. Jänner 2009, 16:19
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Grüne und Alternative StudentInnen meldeten Demo an - Drohmails gegen GRAS-Aktivistin und DÖW-Mitarbeiter

Wien  - Gegen den Ball des Wiener Korporationsringes (WKR) (derStandard.at berichtete) in der Hofburg am Freitag haben die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) eine Demonstration angemeldet. Rund 500 Teilnehmer erwarten sie für den am Freitag um 17.00 Uhr am Europaplatz beim Westbahnhof beginnenden Zug. Dass es wie im Vorjahr zu Ausschreitungen beim Protest gegen den WKR-Ball kommt, wollte die Exekutive nicht ausschließen. Unterdessen sind im Internet anonyme Drohmails gegen eine GRAS-Aktivistin und einen Mitarbeiter des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes (DÖW) aufgetaucht.

 

In den Drohmails werden sowohl die GRAS-Aktivistin als auch der DÖW-Mitarbeiter mit vollem Namen und Adresse genannt, im Fall der GRAS-Aktivistin wurde außerdem ihre Mailadresse und ihre Mobiltelefonnummer ins Netz gestellt. Nachdem sie bereits mit nächtlichen Anrufen konfrontiert war, wie sie der APA sagte, hat sie nun bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet.

Drohmail

"Ja, es ist höchste Zeit der Hetze Einhalt zu gebieten und verwöhnten Rotzgören von der Sorte (...) auf die Finger zu klopfen", droht der Mailschreiber unter Namensnennung der GRAS-Mitarbeiterin, die gegen den WKR-Ball aufgetreten war. Und weiter: "Es ist auch an der Zeit, Gesicht zu zeigen und sich zu bekennen." Der zum Bekenntnis Aufrufende bleibt selbst aber anonym. Schließlich fragt er: "Wer also ist das Balg?", um anschließend eine Biografie der Grün-Alternativen Studentin abzuliefern.

Ähnlich beschimpft wird DÖW-Mitarbeiter, Buchautor ("Der rechte Rand") und Rechtsextremismus-Experte Heribert Schiedel. Schließlich ruft der Mailschreiber noch einmal auf: "Es ist an der Zeit derartigen Vorgängen entschlossen entgegenzutreten. Antifaschismus ist eine Geisteskrankheit und mehr ein Fall für den Arzt, als für die Universitäten (Orthografie und Grammatik im Original, Anm.)."

"Ich habe das Mail von einer Freundin bekommen, von der ich seit fünf Jahren nichts mehr gehört habe", sagte die GRAS-Aktivistin im Gespräch mit der APA. "Sie hat das Mail über einen Verteiler erhalten, auf dem normalerweise Partys in Klagenfurt angekündigt werden. Ich fühle mich objektiv bedroht."

Sperrzone um Hofburg

Die Wiener Hofburg wird am Freitag ab 17.00 Uhr von einer Sperrzone umgeben werden. Das kündigte Polizeisprecherin Karin Strycek im Gespräch mit der APA an. Zusätzlich zur Sperrzone werde es eine weitere Verordnung geben, der zufolge die Kleidung und mitgebrachten Gegenstände aller Ballbesucher kontrolliert werden müssen.

Die Demonstrationsroute vom Europaplatz über die Mariahilfer Straße zum Ring und von dort durch die Innenstadt rund um die Sperrzone bis zurück zur Babenberger Straße sei in dieser Form genehmigt, sagte Strycek. Besonderes Augenmerk wird die Polizei den Häusern schlagender Burschenschaften widmen, die beinahe auf der Route der Demonstranten liegen.

Die Sperrverordnung wird ab 17.00 Uhr in Kraft treten. Wann sie aufgehoben wird, steht nicht fest, es werde aber "eher später als früher" sein, hieß es. (APA)

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    Burschenschafter beim "Totengedenken" des Wiener Korporationsrings.

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