Kampf um den letzten WM-Startplatz am Gudiberg

29. Jänner 2009, 13:04
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Junges rot-weiß-rotes Trio kann im Slalom die Chance nützen - ÖSV vermutlich nur mit 7 oder 8 Damen zur WM

Garmisch-Partenkirchen - Für Österreichs junge Slalomgarde geht es am Freitag im Weltcup-Slalom von Garmisch-Partenkirchen (10.45/13.45 Uhr) um das möglicherweise letzte noch offene Ticket für die alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Val d'Isere. Sollte Nicole Hosp fit werden, ist sie Fixstarterin in dieser Disziplin, sollte es sich für die Tirolerin nicht ausgehen, wird wahrscheinlich eine aus dem Trio Bernadette Schild, Carmen Thalmann und Alexandra Daum WM-Erfahrung sammeln dürfen. Kathrin Zettel, Michaela Kirchgasser und Anna Fenninger haben ihren Startplatz bereits gebucht.

Zettel ist mit der Konstanz von fünf Top-Fünf-Plätzen im Weltcup wohl die einzige Medaillenchance in dieser Disziplin für Österreich, Kirchgasser hat mit einem siebenten Platz zuletzt in Marburg aufsteigenden Tendenz bewiesen. Fenninger hat als bestes Weltcup-Ergebnis in diesem Winter nur einen 20. Platz eingefahren, jedoch am Mittwoch den Europacup-Slalom in Götschen-Bischofswiesen (Deutschland) gewonnen. "Damit ist Anna zu 99 Prozent fix im WM-Slalom mit dabei", sagte deshalb Techniktrainer Roman Kneisl, der mit seinen Schützlingen am Donnerstag vor der Anreise nach Garmisch in Hinterreit trainierte und vermeldete, dass "alle pumperlgsund" sind.

Was das Trio Schild/Thalmann/Daum betrifft, will man von ÖSV-Seite abwarten, was in Garmisch passiert. "Wir werden sehen, welche sich empfiehlt", sagte Kneisl. Beim Europacup in Götschen hatte Daum den siebenten Platz belegt, die jüngere Schild-Schwester war 24. geworden, Thalmann hatte sich nicht für den zweiten Durchgang qualifiziert. Klar ist, dass der ÖSV eine der jungen Slalomläuferinnen für die WM nominieren wird, da sich der mögliche Start von Hosp erst sehr kurzfristig und damit nach Nennfrist entscheiden wird.

Mit Ausnahme jener jungen Slalomläuferinnen haben alle Österreicherinnen, die zu den Welttitelkämpfen mitgenommen werden, Medaillenchancen. "Wie es aussieht, werden wir nur mit sieben zur WM fahren, dafür haben aber einige sehr viele Einsätze", sagte Kneisl, der von einer insgesamt "brutal jungen" Mannschaft sprach, der man auch Zeit geben muss. "Michaela Dorfmeister ist auch erst mit 30 Jahren Olympiasiegerin geworden." Tatsächlich war die Niederösterreicherin sogar 32. Die achte Österreicherin bei der WM wäre Hosp, die als Riesentorlauf-Titelverteidigerin einen fixen Startplatz hat und nicht ins Kontingent fällt.

Vier Disziplinen in Val d'Isere werden Fenninger (nur Riesentorlauf nicht) und Elisabeth Görgl (nur Slalom nicht) bestreiten, Zettel kommt auf zumindest drei Einsätze (Riesentorlauf, Slalom, Kombination), ist aber auch für den Super-G ein Thema, Michaela Kirchgasser und Andrea Fischbacher schnallen für drei Bewerbe die Skier an. Bleibt noch Renate Götschl, die für die Abfahrt, aber noch nicht für den Super-G fix ist, jedoch am Samstag auf der Kandahar in der WM-Stadt von 2011 noch aus der Krise fahren kann.

Der Gudiberg in Garmisch ist für die ÖSV-Damen größtenteils Neuland, "es ist aber nichts dabei, was wir nicht trainiert haben", sagte Kneisl. Der bisher letzte Damen-Slalom in der Olympiastadt von 1936 fand am 18. Februar 2001 stand, es siegte die Kroatin Janica Kostelic, Karin Köllerer wurde Dritte, Sabine Egger Vierte. Von den noch aktiven ÖSV-Damen waren nur Renate Götschl (21.) und Nicole Hosp (nicht für zweiten Durchgang qualifiziert) am Start. Topfavoritin am Freitag ist die Deutsche Maria Riesch, die zuletzt vier Slaloms en suite gewonnen hat, doch hat die Lokalmatadorin in den vergangenen fünf Rennen auch drei Ausfälle hinnehmen müssen, zuletzt im Super-G von Cortina. (APA)

ÖSV-Damenteam für den Weltcup-Slalom am Freitag in Garmisch:

Kathrin Zettel, Anna Fenninger, Michaela Kirchgasser, Simone Streng, Bernadette Schild, Alexandra Daum, Carmen Thalmann, Karin Hackl

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