Die Suche nach Mr. Right

30. Jänner 2009, 08:37
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Er soll helfen Wahlen zu gewinnen, vielleicht schwarz sein und Geld auftreiben können - Die Grand Old Party wählt ihren Chef

Heute, Freitag, wählen die Repubikanische Partei ihren neuen Vorsitzenden. Der Neue sollte ein Tausendsassa sein, bedenkt man welche Aufgaben auf ihn zukommen werden. Er soll die Partei nach den verlorenen Präsidentschaftswahlen wieder auf Erfolgskurs bringen. Die Gegner sind gut aufgestellt: Die Demokraten haben sich nicht nur das Weiße Haus gesichert, sondern stellen auch die Mehrheit im Kongress und in zahlreichen Bundesstaaten.

Außerdem soll der zukünftige Parteichef Wählerschichten ansprechen, die bisher kaum republikanisch gewählt haben: Insbesondere geht es um ethnische Minderheiten und junge Wähler.

Grundsätze überdenken

Schon werden Stimmen in der Partei laut, dass wohl einige politische Grundsätze, wie die geringe Rolle des Staates und eine starke Verteidigungspolitik zu überdenken wären. Ron Kaufman, ein Parteimitglied aus Massachusetts, hält dagegen: "Meine Mutter hat schon gesagt, es kommt nicht darauf an was du sagst, sondern wie du es sagst. Wir haben es einfach nicht geschafft, den Menschen zu erklären wofür wir stehen."

Erster Schwarzer Parteichef

Erstmals könnten die Republikaner auch einen Schwarzen zum Parteichef wählen. Es gibt zwei schwarze Kandidaten: Der ehemalige Vizegouverneur von Maryland, Michael Steele und der frühere Staatssekretär von Ohio, Ken Blackwell.

Insgesamt stehen sechs Kanidaten zur Wahl. Und es sind wirklich nur Kandidaten - unter den Bewerbern ist keine Frau. Über den zukünftigen Parteichef entscheiden die 168 Mitglieder des Republican National Committee (RNC) - das Organisationsgremium der Republikanischen Partei. Das RNC muss Geld für den Wahlkampf auftreiben, die Strategie dafür festlegen, und ist außerdem zuständig für die politische Position der Partei.

Die Mitglieder des RNC können vor der Wahl öffentliche Empfehlungen für einen der Kandidaten aussprechen. Auf der Website yourRNC.com sind die aktuellen Zwischenstände zu sehen. Derzeit führt der derzeitige Vorsitzende Mike Duncan - seit Jänner 2007 ist er im Amt.

Wer auch immer das Rennen macht, die erste Bewährungsprobe werden die Kongresswahlen kommendes Jahr sein. Und wenn Barack Obama keine schwerwiegenden Fehler macht, dürfte es eine harte Wahl werden. (red, Reuters, derStandard.at, 29.1.2009)

  • Ohne rosarote Brille: Die Republikaner suchen einen neuen Chef. Es könnte aber auch der alte bleiben.
    foto: epa/craig lassig

    Ohne rosarote Brille: Die Republikaner suchen einen neuen Chef. Es könnte aber auch der alte bleiben.

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