"Wie ein italienischer Frühlingsmorgen"

1. Februar 2009, 16:00
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Der Parfumeur Johann Maria Fariana entwickelte vor 300 Jahren das "Kölnisch Wasser"

Köln -  "Eau de Cologne" machte Köln vor 300 Jahren zur Duftmetropole. Am 13. Juli 1709 gründete der aus Italien stammende Johann Maria Farina (1685-1766) in der Domstadt eine Parfüm-Fabrik. Die Feiern zum Jubiläumsjahr beginnen in Köln bereits am 2. Februar - mit einer Oper, dem "Opus 1709".

Farinas "Kölnisch Wasser" hob sich von den zu seiner Zeit üblichen schweren Düften deutlich ab: "Ich habe einen Duft gefunden, der mich an einen italienischen Frühlingsmorgen erinnert, an Bergnarzissen, Orangenblüten kurz nach dem Regen", schrieb der Parfumeur darüber.

Für die Herstellung nutzte er ein neues Verfahren: Er destillierte reinen Alkohol, in dem er dann verschiedene Duftstoffe wie Limette oder Bergamotte löste. Das "Kölnisch Wasser"-Rezept ist bis heute unverändert und streng geheim.

Nicht waschen, sondern parfümieren

Zu Farinas Lebzeiten war die Einstellung zur Körperhygiene eine andere als heute: Die Menschen wuschen sich damals nicht, weil sie glaubten, dass Wasser Krankheiten verbreite. Um ihren Körpergeruch zu übertünchen, benutzten viele schwere Moschus-Parfüms. Das "Eau de Cologne" wirkte im Gegensatz dazu belebend und erfrischend.

Farinas Duft wurde bald zum begehrten Luxusgut: Ein Fläschchen kostete damals das halbe Jahresgehalt eines Beamten. Vor allem der Adel schätzte das Kölnisch Wasser. Das Parfüm mit der roten Tulpe war bald in ganz Europa bekannt - Farina belieferte fast alle Herrscher- und Fürstenhäuser.

Napoleon Bonaparte soll stets ein Fläschchen in seinem Stiefelschaft bei sich getragen haben, Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe ließ sich angeblich von mit "Eau de Cologne" getränkten Tüchern auf seinem Schreibtisch inspirieren.

Der Begriff "Eau de Cologne" ist inzwischen zu einer allgemeinen Bezeichnung für leichte Düfte geworden. Doch das Original wird noch immer in Köln hergestellt. Die älteste Parfümfabrik der Welt wird dort in achter Generation geleitet und hat rund 50 MitarbeiterInnen. Das Unternehmen führt auch ein Duft-Museum in dem drei Jahrhunderte Duft- und Kulturgeschichte präsentiert werden. (red)

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    Farinas "Kölnisch Wasser" mit der roten Tulpe.

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