"Kein Film ohne Kino"

29. Jänner 2009, 11:34
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Berlinale-Chef Kosslick sorgt sich um die Zukunft der Kinos

Berlin - Berlinale-Chef Dieter Kosslick sorgt sich um die Zukunft der Kinos in einer digitalisierten Welt. Er will das Thema "Filmtheater" zur 60. Berlinale 2010 in den Mittelpunkt stellen, wie er im Vorfeld der am 5. Februar beginnenden 59. Internationalen Filmfestspiele im Kulturausschuss des Bundestages ankündigte. "Für mich gibt es keinen Film ohne Kino, als sozialer und kommunikativer Raum und auch als Stadtarchitektur", betonte Kosslick.

Digitalisierte Zukunft

Daher sei die Frage angesichts der digitalisierten Zukunft: "Hat Kino eine Zukunft oder wird die Weltpremiere eines großen Films wie 'The International' von Tom Tykwer in fünf oder zehn Jahren nur noch auf 22 Millionen Flachbildschirmen stattfinden? Dafür sind wir nicht zuständig, sondern für die pralle Leinwand!"

Für die zurzeit noch boomende Filmwirtschaft in Deutschland könnte die Finanz- und Bankenkrise langfristig noch Auswirkungen haben, meinte der Berlinale-Direktor. Es würden dann vor allem jene Filme Probleme bekommen, die über Bankkredite finanziert werden, "sowohl die Kredite zu bekommen als auch sie zu refinanzieren". Man müsse aber auch sehen, dass es in früheren Jahren eine "aufgeplusterte Filmfinanzierung zum Beispiel über Steuerabschreibungen" gegeben habe. Er setze daher auch auf eine "neue Kargheit in der Filmfinanzierung, auch als kreative Chance, wie es zum Beispiel die dänischen Dogma-Filmer gezeigt haben". (APA/dpa)

 

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