Glauben an Bayern, hoffen auf Spannung

29. Jänner 2009, 11:32
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Hoffenheim hat zwar an der Spitze überwintert, als Gejagte gelten aber die Bayern - HSV freut sich zum Rückrundenstart auf Besuch des Rekordmeisters

Hamburg/München - "Es könnte ein Thriller werden, der uns viel Freude bereitet." Martin Jol, der niederländische Trainer des HSV, hat vor dem Heimspiel gegen die Bayern keine Angst. Sagt er. Dabei ist der die Rückrunde eröffnende Nord-Süd-Schlager, den am Freitagabend (20.30 Uhr) neben ARD und Premiere weltweit 170 Fernsehstationen live übertragen, quasi eine Entscheidungspartie.

Mit einem Heimsieg könnte der HSV für zumindest 19 Stunden die Tabellenführung übernehmen, vor allem aber die Hoffnung nähren, dass der Sprint zum Meistertitel nicht eine höchst einseitige Angelegenheit wird. Allzu große Zuversicht ist diesbezüglich ohnehin nicht angebracht. Zu stark präsentierten sich die Münchner am Dienstag anlässlich des Pokal-Achtelfinales beim VfB Stuttgart (5:1). Schon zuvor hatten sämtliche Bundesliga-Trainer, also auch die Herren Jol vom HSV und Ralf Rangnick von Hoffenheim, ihrer Überzeugung Ausdruck verliehen, dass die Bayern am Saisonende ihren 21. Meistertitel feiern.

"Sie verfügen über den stärksten Kader und werden nicht zuletzt durch ihre Erfahrung im Titelkampf profitieren", sagt Felix Magath, der zwar aktuell für Wolfsburg zuständig ist, zwischen 2004 und 2007 aber als Trainer an der Isar wirkte und zweimal das Double gewann. Magaths Nachnachfolger, Jürgen Klinsmann also, rechnet selbstverständlich mit einer bis zum Schluss spannenden Meisterschaft, "einem Rennen bis zur letzten Runde. Aber wenn wir sehr konzentriert arbeiten, werden wir am Ende Meister sein."

Hoffenheim schreibt sich ab

Kollege Rangnick zählt viele mögliche Mitbewerber der Bayern auf, zu einem Duell mit seinen Hoffenheimern werde es aber nicht kommen. Schließlich steht ihm Torjäger Vedad Ibisevic (18 Treffer in 17 Herbstpartien) verletzungsbedingt (Kreuzbandriss) im Frühjahr nicht zur Verfügung. Es wäre daher geradezu naiv, zu glauben, sagt Rangnick, dass seine Mannschaft weiter so im Angriff zaubern könne. "Vielmehr wollen wir anstreben, nicht mehr den besten Angriff, sondern die beste Abwehr zu stellen." Dazu kann Österreichs Teamverteidiger Andreas Ibertsberger beitragen.

Am Samstag im Heimspiel gegen Cottbus fehlt Hoffenheim auch Carlos Eduardo. Der ist nach einer Testspielschlägerei mit Hamburgs Ivica Olic gesperrt. Härter trifft den HSV Olics Sperre. Schließlich hat der Kroate am Dienstag im Pokal mit drei Toren den Aufstieg gegen 1860 München (3:1) besorgt. Auch Olic ist offiziell "sehr traurig" über sein Fehlen. Möglich aber auch, dass es ihm einigermaßen peinlich gewesen wäre, Tore gegen einen Klub zu schießen, für den er ab Sommer stürmt. (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 30 Jänner 2009, APA, sid, lü)

 

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    Der deutsche Meister lässt sich laut Experten schon erahnen.

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