Häupl will staatliche Aufsicht

29. Jänner 2009, 17:23
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Neuregelung dürfe aber nicht nur für Islam gelten - Treffen mit Unterrichtsministerin Schmied geplant - Studie lasse einen nicht ruhig schlafen

Wien - Die Studie zum Weltbild islamischer Religionslehrer beschäftigte am Donnerstag auch den Wiener Gemeinderat. Nachdem die FPÖ in einer Anfrage von Bürgermeister Michael Häupl (SP) wissen wollte, ob er bereit sei, ein Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst einzuführen - was dieser verneinte - wurden auch mögliche Konsequenzen aus der Dissertation von Mouhanad Khorchide diskutiert.
"Die Werte der Aufklärung müssen in allen Wiener Schulen vermittelt werden" , sagte Häupl. Die Ergebnisse, wonach ein Fünftel der Befragten die Demokratie als unvereinbar mit dem Islam ablehnt, ließen ihn nicht ruhig schlafen. "Wenn es den einzelnen Religionsgemeinschaften nicht gelingt, in diesem Bereich für Ordnung zu sorgen, muss das der Staat übernehmen."

Treffen mit Schmied

Er selbst sei bereit, sich dafür einzusetzen, dass der Religionsunterricht unter staatliche Aufsicht gestellt werde. "Allerdings muss das dann für alle Religionen gelten." Häupl kündigte an, sich nächste Woche diesbezüglich mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SP) zu treffen. Schmied will außerdem mit dem Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Anas Schakfeh, sowie Studienautor Khorchide sprechen.

Für kurze allgemeine Erheiterung sorgte im Gemeinderat Sirvan Ekici (VP), die monierte, die Freiwilligkeit, den Religionsunterricht zu besuchen, sei relativ: "Meine Tochter geht in eine katholische Schule, da ist Religionsunterricht Pflicht." Die FPÖ warf der SPÖ vor, das Problem "radikale Lehrer" seit langem zu ignorieren. "Wir haben bereits vor zwei Jahren Namen genannt" , sagte FP-Gemeinderat Eduard Schock. Der Bürgermeister habe sich aber geweigert, diese zu entlassen. Häupl nannte dies "Unsinn" , er könne keinen Religionslehrer suspendieren. (Martina Stemmer/DER STANDARD Printausgabe, 30. Jänner 2009)

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