Der Krise zum Trotz

28. Jänner 2009, 20:49
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Glänzende Ergebnisse auf der Arte Fiera in Bologna

Bologna - Zwölf Galerien nahmen an der Arte Fiera (23. bis 26. Januar 2009) teil, davon 45 aus dem Ausland, die man auch mit günstigen Konditionen nach Bologna gelockt hatte. Mehr als 50.000 Besucher sorgten für ein glänzendes Ergebnis bei Italiens größter Messe für zeitgenössische Kunst.

Kleinere Arbeiten in einer Preisklasse bis zu 15.000 Euro waren gefragt, etwa auch Zeichnungen junger Künstler (600-800 Euro) wie Paolo di Agnesi. Auf weniger Gegenliebe stießen Großformate und Videos, Exzentrisches wurde überhaupt gemieden. "Von Krise kann keine Rede sein", so das Fazit der für die Veranstaltung verantwortlichen Silvia Evangelisti: "Schließlich kaufen italienische Sammler aus Liebe." Nicht nur die zusätzliche Ausstellungshalle, sondern auch innovative Initiativen brachten frischen Wind in die Traditionsmesse.

Führungen für Gleichgesinnte gefordert

Kunstkritiker Ludovico Pratesi hatte erstmals Sammler aufgefordert, Führungen für Gleichgesinnte durchzuführen. "Wir hatten Zweifel, ob dieses Experiment gelingt, das Feedback war dann aber sehr positiv", so der Kunstkritiker.

Seit 33 Jahren fokussiert die Arte Fiera auf italienische Kunst und dabei auf die klassischen Bestseller. Allein 25 Galerien boten Werke von Lucio Fontana und Piero Mazoni an. Die Mailänder Galerie Amedeo Porro zeigte etwa Fontanas Battaglia (800.000), die Verhandlungen stünden kurz vor dem Abschluss.

Für 3,5 Millionen Euro verkaufte die Galerie Tornabuoni (Florenz, Mailand) Picassos Busto d'uomo. Die aktuelle Auflage der Messe stand aber auch im Zeichen des 100-Jahr-Jubiläums der Futuristen. Im Angebot waren Filippo Tommaso Marinetti ebenso wie Tullio Crali, Tato und Enrico Prampolini.

Zufriedenheit über den Bologna-Ausflug herrscht auch bei Mario Mauroner (Wien, Salzburg), die Erwartungen seien übertroffen, zehn Kunstwerke verkauft worden.

"In Italien läuft das Geschäft gut, Bologna haben wir nach eine genauen Marktanalyse gewählt", so Mario Mauroner, der nun eine Teilnahme an der Artissima (Turin, 6.-8. November 2009) in Erwägung zieht. (Thesy Kness-Bastaroli/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.1.2009)

 

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