Selfman

28. Jänner 2009, 20:08
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Das "Just do it"-Prinzip im Autobus

Es war soeben. Der Bus war mehr als nur voll. Und dass er schepperte bemerkte zunächst niemand. Erst als eine Dame sich in einer Kurve mit der Hand oberhalb der Tür abstützte fiel es auf: Das Scheppern war weg - setzte aber wieder ein, sobald die Hand von der oberhalb der hintersten Tür befestigten Klappe weggenommen wurde.

Und auch wenn das Gescheppere vermutlich immer gleich laut blieb, wurde es mit jeder fahrgästlichen Handauflegung im subjektiven Empfinden lauter. Aber so wirklich schlimm, sah man den Leuten an, war das auch nicht: Gemeinsames Matschgern und Schimpfen macht Sardinendosenbusfahrten samt unfreiwilligen Körperkontakten und -bereibungen schließlich fast zu einem Gruppenevent.

Doch plötzlich war es damit vorbei: Ein Fahrgast hatte in seine Tasche gegriffen, eine Rolle extrabreites Klebeband herausgeholt und fixierte die klappernde Klappe mit drei kurzen Tixostreifen. Eine Frau applaudierte. Der Mann deutete eine Verbeugung an und sagte in gebrochenem Deutsch: „Wo ich herkomme, nutzt jammern nix. Da lernt man schon als Kind: Wenn was getan werden muss, dann red nicht, sondern tu es - sonst macht es nämlich keiner." (Thomas Rottenberg/derStandard.at, 29. Jänner 2009)

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