Asymmetrische Regulierung hält Durchdringung von fixem Breitband auf

28. Jänner 2009, 18:46
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Studie: Hohe Breitband-Penetration in Österreich nur, weil mobiles Internet so billig - Preisrückgang von 30 Prozent bei symmetrischer Regulierung erwartet

Österreich liegt mit einer Breitband-Penetration von 81 Prozent auf dem fünften Platz im Europa-Ranking. Dieser Wert rühre von einer extrem hohen Verbreitung von mobilen Datenkarten. Im Festnetz-Breitband hinke Österreich dagegen anderen EU-Ländern hinterher. Schuld daran sei die "überholte Regulierungspolitik" in diesem Bereich, bemängelt eine am Mittwoch präsentierte Studie von Kreutzer Fischer & Partner. Würde die asymmetrische Regulierung durch eine symmetrische ersetzt, würde leitungsgebundenes Breitband binnen kürzester Zeit um gut 30 Prozent billiger werden, erwartet der Marktforscher.

Asymmetrisch

Während im Mobilfunk eine freie Preisbildung möglich sei, werde das leitungsgebundene Breitband nach wie vor asymmetrisch reguliert. Dadurch müsse die Preisgestaltung des Incumbent (Ex-Monopolist) Telekom Austria (TA) entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Regulierungsbehörde RTR genehmigt werden. Das führe dazu, dass die Preise deutlich über jenen des Mobilfunks liegen, hieß es in einer KF&P-Aussendung. Laut KF&P gab es für die Studie keinen Auftraggeber.

Während in Westeuropa eine mobile Datenkarte im Schnitt 35 Euro pro Monat koste, seien es in Österreich 15 Euro. In Europa sei leistungsgebundenes Breitband durchschnittlich 40 Prozent billiger als mobiles. In Österreich dagegen koste das Surfen mit mobiler Datenkarte um 30 Prozent weniger als mit einem DSL- oder Kabelanschluss.

Österreich liegt vor Italien am vorletzten Platz

Etwa 52 Prozent aller heimischen Haushalte können mit Festnetz-Breitband versorgt werden - um 13 Prozentpunkte weniger als im westeuropäischen Schnitt. Österreich liege damit vor Italien am vorletzten Platz. Beim mobilen Breitband führe Österreich dagegen das Ranking mit einer Penetration von 29 Prozent an.

Für datenintensive Dienste wie e-learning, e-media oder e-entertainment benötige man eine Leistungsfähigkeit von 25 Mb/s und mehr, so KF&P-Geschäftsführer Andreas Kreutzer. Nicht ohne Grund werde im aktuellen Regierungsprogramm die Versorgung mit 25-Mb/s-Leitungen bis 2013 angekündigt. Die Entwicklung von datenintensivem Internet-Content gelte als Zukunftsbranche mit jährlichen Wachstumsraten von über 10 Prozent. Im Konjunkturpaket würden der IKT-Content-Forschung zusätzlich 10 Mio. Euro zugewiesen.

Eine leistungs- und wettbewerbsfähige Internet-Content-Industrie brauche einen starken Heimmarkt, die Voraussetzung dafür sei eine hohe Penetration des fixen Breitbands. Die TA habe mit einem Breitband-Marktanteil von 27 Prozent keine marktbeherrschende Stellung mehr. Eine symmetrische Regulierung würde allen DSL- und Kabel-Anbietern gleiche Spielregeln verschaffen. Das betreffe die Nutzungsbedingungen fremder Netze ebenso wie die Preisgestaltung. (APA)

 

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