"Nie alle Eier in einen Korb"

28. Jänner 2009, 18:05
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Oetker steigt mit Privatbank Lampe in Österreich ein

Wien - Oetker findet an Österreich zunehmend Geschmack. Die deutsche Unternehmerfamilie hat sich mit ihren Pizzen, ihrem Backpulver, Pudding, Müsli und Sekt einen fixen Platz in den Lebensmittelregalen gesichert. Künftig versuchen sich die Oetkers in Österreich auch als Bankiers. Ihr Schlüssel in den Markt ist der Einstieg beim Vermögensverwalter Dale. Angesprochen werden soll das betuchte Klientel.

Die Familie engagiert sich neben dem Lebensmittelgeschäft als Reederei, Chemiehersteller und Hotelier. Seit 60 Jahren führen die Oetkers auch die Privatbank Lampe. Diese konzentriert sich mit elf Filialen auf gehobene Privatkunden, institutionelle Anleger und mittelständische Betriebe und verwaltet ein Vermögen von zehn Mrd. Euro. Seine Bank wolle über den Tellerrand blicken und in Österreich und Osteuropa wachsen, sagt Stephan Schüller, Sprecher der Lampe-Gesellschafter. Da die Bank hierzulande aber kaum einer kenne, sei Kooperation der bessere Weg. Lampe und Dale hätten sich beschnuppert, festgestellt, dass man zu einander passe und sich auf eine Beteiligung von 51 Prozent geeinigt.

Diskret im Hintergrund gehalten hat sich bisher freilich auch Dale. 1997 von Marko Musulin, dem ehemaligen Chef der Creditanstalt Investment Bank, gegründet, betreut die kleine Gesellschaft großes Familienvermögen. Eine Mrd. Euro von 25 Kunden sind es derzeit. Die Finanzkrise habe das Vermögen nur um drei Prozent schmelzen lassen. Bei der Constantia veranlagte Gelder wird Dale abziehen. Es geht um 20 bis 30 Prozent ihres in Fonds angelegten Kundenvermögens.

Lampe-Generalbevollmächtigter Ferdinand Oetker: "Wir legen niemals alle Eier in einen Korb." (vk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.1.1.2009)

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