Religion ohne Staatseinfluss

28. Jänner 2009, 17:39
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Die Kirche oder Religionsgemeinschaft hat für den Unterricht "Sorge zu tragen"

Die Annäherung begann mit einer Eroberung: Nach der Annexion des vormals osmanischen Bosnien-Herzegowina erklärte Österreich-Ungarn den Islam 1912 zur offiziell anerkannten Religion. Es dauerte 80 Jahre, ehe Schüler an öffentlichen Schulen auch islamischen Religionsunterricht besuchen konnten.

Der Staat zahlt die Lehrer, Einfluss hat er aber kaum: Laut Staatsgrundgesetz hat die entsprechende Kirche oder Religionsgemeinschaft für den Unterricht "Sorge zu tragen" - was für alle Glaubensrichtungen gilt. Der Bund darf den Unterricht nur in organisatorischer und schuldisziplinärer Hinsicht beaufsichtigen.

Auch die Islamische Gemeinschaft sucht deshalb ihre Lehrer selbst aus, legt die Lerninhalte fest und setzt Fachinspektoren ein, die den Unterricht überprüfen sollen. Bedingung: Der Unterricht muss auf Deutsch geführt werden und darf laut Religionsunterrichtsgesetz nicht im Widerspruch zur staatsbürgerlichen Erziehung stehen. (jo/DER STANDARD Printausgabe, 29. Jänner 2009)

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