Finanzkrise kostet weltweit 2,2 Billionen Dollar

28. Jänner 2009, 17:11
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Risiken einer Deflation wachsen

Washington - Die Weltwirtschaft steckt nach einer neuen Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) in der schärfsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Insgesamt seien durch die Finanzkrise weltweit Verluste in Höhe von 2,2 Billionen Dollar (1,7 Billionen Euro) zu erwarten, teilte der IWF am Mittwoch in Washington mit. Noch im Oktober hatte der Fonds die Summe auf 1,4 Billionen Dollar geschätzt. Angesichts der Krise sei im laufenden Jahr weltweit nur ein mageres Wachstum von 0,5 Prozent zu erwarten. Bisher hatte der Fonds noch ein Plus von 2,2 Prozent vorausgesagt.

Das Wachstum kommt demnach nur noch aus den Schwellenländern. Die großen Volkswirtschaften in den USA und der Euro-Zone dürften hingegen kräftig schrumpfen. Erst 2010 werde sich die Weltwirtschaft schrittweise erholen und um drei Prozent wachsen, hieß es. Ungeachtet der Konjunkturpakete in vielen großen Staaten sei die Finanzkrise aber noch lange nicht ausgestanden. "Trotz weitreichender Maßnahmen der Politik bleiben akute Verspannungen an den Finanzmärkten, die der Realwirtschaft zusetzen", erklärte der Fonds.

Für die US-Wirtschaft rechnen die IWF-Experten mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 1,6 Prozent in diesem Jahr. In der Euro-Zone werde es ein Minus von 2,0 Prozent geben, in Deutschland sogar ein Schrumpfen um 2,5 Prozent.

Der Fonds sieht zudem wachsende Risiken einer Deflation - also einen Preisrutsch auf breiter Front - und plädiert dafür, die toxischen Papiere aus dem Banksystem auszulagern. Die Schaffung einer "Bad Bank", an die private Banken wertlose Papiere abtreten könnten, wird derzeit in der US-Regierung diskutiert. Die Wirtschaftsberaterin von US-Präsident Barack Obama, Laura Tyson, sieht in diesem Modell den einfachsten Weg, um am Markt derzeit unverkäufliche Wertpapiere aus den Bankbilanzen herauszubringen. Man müsse die Banken dann unter neuen Vorgaben rekapitalisieren, sagte Tyson auf einer Podiumsdiskussion des Weltwirtschaftsforums in Davos. (APA/Reuters)

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