2009 nur 0,5 Prozent weltweites Wachstum

28. Jänner 2009, 18:40
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IWF korrigiert Prognose drastisch - Eurozone schrumpft stärker als USA

Washington - Der Internationale Währungsfonds hat am Dienstag seine weltwirtschaftliche Wachstumsprognose für heuer und 2010 drastisch reduziert. Mit einem Plus von nur 0,5 Prozent befindet sich der Globus heuer in einer tiefen Rezession, die der Fonds bereits unter einem Wachstum von drei Prozent annimmt. Das wäre die schlechteste Entwicklung seit dem Zweiten Weltkrieg.

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Washington/Wien - Osteuropa wird voll vom weltweiten Konjunktureinbruch erfasst. Während andere aufstrebende Märkte - insbesondere in Asien - noch relativ hohe Wachstumsraten verzeichnen, bricht die Konjunktur laut der jüngsten Prognose des Internationalen Währungsfonds im heurigen Jahr auf ein Minus von 0,4 Prozent ein. Zum Vergleich: 2007 legte die Region noch um 5,4 Prozent, im Vorjahr immerhin noch um 3,2 Prozent zu.

Ähnlich ergeht es Russland, das vom IWF extra ausgewiesen wird und das den Washingtoner Experten zufolge heuer um 0,7 Prozent schrumpfen wird. Osteuropa ist die Region, für die der Fonds seine Erwartungen seit der vorigen Prognose im November 2008 am stärksten zurücknehmen musste. Bei allen Unterschieden der einzelnen Länder machen makroökonomische Ungleichgewichte wie Handelsbilanzdefizite und Abhängigkeit von Kapitalströmen den Staaten zu schaffen. Auch die Exportabhängigkeit von den Industriestaaten, deren Nachfrage stark geschrumpft ist, schlägt negativ zu Buche.

Weltweit hat sich das wirtschaftliche Umfeld deutlich eingetrübt, was der Fonds auf die anhaltende Finanzkrise zurückführt: "Trotz weitreichender politischer Eingriffe bleiben die Spannungen im Finanzsektor akut, sie ziehen die Realwirtschaft nach unten", heißt es im am Dienstag veröffentlichten World Economic Outlook. Mit einem globalen Plus von 0,5 Prozent rechnet der Fonds mit dem geringsten Wachstum seit dem Zweiten Weltkrieg.

Das tat der IWF übrigens schon bei der Novemberprognose, als er noch ein Plus von 2,2 der Weltwirtschaft vorausgesagt hatte. Unter einer Steigerung der Wirtschaftleistung von drei Prozent spricht der Fonds von einer Rezession. Genau diesen Wert nehmen die Ökonomen in Washington für das kommende Jahr an, wobei die Trendwende gegen Ende 2009 angenommen wird. Auch für 2010 musste somit die Prognose gegenüber November deutlich - wenngleich nicht so stark wie für 2009 - zurückgenommen werden.

Am schlimmsten erwischt es nach dieser Projektion die einstigen asiatischen Tiger, Japan und die Eurozone. Letztere soll heuer um zwei Prozent schrumpfen, wobei vor allem Deutschland die Währungsunion nach unten zieht (2009: minus 2,5 Prozent). Mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 2,8 Prozent dürfte Großbritannien innerhalb der EU die rote Laterne tragen. Trotz der Korrektur der Prognosen bleiben China (plus 6,7 Prozent) und Indien (5,1) die Lokomotiven der Weltwirtschaft.

Zur Linderung der Krise empfiehlt der Fonds weitere umfangreiche Stützungsmaßnahmen. Dazu sollten rasche staatliche Konjunkturprogramme ebenso zählen wie Maßnahmen zur Stabilisierung des Finanzsektors, dessen Erholung die Voraussetzung für eine Rückkehr zum Wachstum sei. Ohne "kräftiges Gegensteuern" werde sich "die schädliche Wechselwirkung zwischen Finanzmärkten und Realwirtschaft weiter intensivieren", warnt der IWF.

Laut Fonds werden die Zinsen ebenso wie die Rohstoffpreise weltweit niedrig bleiben. Die Inflationsrate in den Industrieländern wird mit einem Viertelprozentpunkt ein Rekordtief erreichen. (as, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.1.1.2009)

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