Europäischer Medienpreis an "Reporter ohne Grenzen"

28. Jänner 2009, 14:53
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Mit ihrem Einsatz für die Meinungs- und Pressefreiheit leiste die Organisation mit Sitz in Paris einen wichtigen Beitrag zum Wertefundament Europas

Die internationale Journalistenvereinigung zur Verteidigung der Pressefreiheit "Reporter ohne Grenzen" (RSF bzw. ROG) erhält für ihren Beitrag zur europäischen Integration den europäischen Medienpreis, die Karlsmedaille 2009. Mit ihrem Einsatz für die Meinungs- und Pressefreiheit leiste die Organisation mit Sitz in Paris einen wichtigen Beitrag zum Wertefundament Europas, teilte der Stifterverein am Mittwoch mit. Die Verleihung der "Médaille Charlemagne pour les Médias Européens" findet am 14. Mai im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt.

"Leitbild der freien und unabhängigen Presse"

"Reporter ohne Grenzen steht für ein Leitbild der freien und unabhängigen Presse in Europa und weltweit", sagte die Kuratoriumsvorsitzende Frauke Gerlach. Mit dem Preis richte die Jury auch ein kritisches Augenmerk auf Veränderungen im Medienbereich in Europa. Es gebe staatliche Machtübernahmen von Medien und Medienkonzentration in Europa. Gerlach nannte Italien als Beispiel. In Deutschland schränke das Gesetz zur Abwehr von Gefahren des internationalen Terrorismus durch das Bundeskriminalamt, das "BKA-Gesetz", Journalisten ein. "Wir müssen auch die Veränderungen in unserem Umfeld sehen", sagte Gerlach.

RSF versteht die Auszeichnung als Unterstützung der eigenen Arbeit. "Wir hoffen, dass der Preis uns helfen wird, unsere Aktivitäten für die Medien insbesondere in Europa zu verstärken", sagte RSF-Generalsekretär Jean-Francois Julliard in einer Mitteilung. "Unser Wunsch ist es, dass die europäischen Staaten sich zukünftig noch deutlicher als bisher gegenüber den Regierungen solcher Länder artikulieren, die die Rechte von Journalisten nicht akzeptieren."

"Reporter ohne Grenzen" mit einem internationalen Sekretariat in Paris ist in neun europäischen Ländern, darunter Österreich, mit Sektionen vertreten und unterhält fünf Länderbüros in Nordamerika und Asien. Die Organisation hat Beraterstatus beim Europarat, beim Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen und bei der UNESCO, der Erziehungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation der Vereinten Nationen. Gegründet wurde sie 1985 von einer Handvoll Journalisten in Montpellier.

Die Karlsmedaille ist ein undotierter Preis. Sie ist aus Silber gearbeitet und zeigt das Namenszeichen von Karl dem Großen. (APA/dpa)

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