"Akzente aber nicht der große Wurf"

28. Jänner 2009, 14:28
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Kombinationstrainer Diess mit "Reserveteam" zufrieden - Bieler ohne Druck in Comeback-Rennen - Seefeld für WM-Generalprobe bereit

Seefeld - Seefeld sei gerüstet für den Weltcup in der nordischen Kombination (7./8. Februar), haben die Organisatoren zehn Tage vor dem Heimweltcup auf einer Pressekonferenz am Fuße der Schanze betont. Auch das österreichische Nationalteam sei inzwischen für die beiden Rennen vor eigenem Publikum wieder gut aufgestellt, die Zuversicht für die WM in Liberec (CZE) steige, Seefeld sei für das Großevent die Generalprobe. Nach dem Heimweltcup in Seefeld wollen die ÖSV-Verantwortlichen das WM-Team nominieren.

"Ich freue mich, wenn ich in diese Runde schaue", strahlte Kombinationstrainer Alexander Diess, der gleich acht ÖSV-A-Kaderathleten am Podium begrüßen durfte. "Es war bisher eine schwere Saison, aber wir haben uns nie unterkriegen lassen. Wir haben zwar Akzente gesetzt, der große Wurf ist uns heuer aber noch nicht gelungen." Und Sportdirektor Toni Innauer gab ihm recht: "Mit diesem Reserveteam haben die Trainer ihre Aufgabe gut gemacht."

Es hatte schon vor der Saison Rückschläge gegeben. Alfred Rainer verunglückte tödlich bei einem Paragleiterabsturz. Mario Stecher zog sich im Training eine schwere Knieverletzung zu und Berhard Gruber musste lange wegen einer lädierten Schulter pausieren. Dazu kamen die Erkrankungen von Christoph Bieler und David Krainer. "Aber jetzt schaut es schon gut aus", sagte Diess.

Christoph Bieler, der zuletzt drei Weltcupstationen, darunter die Olympiageneralprobe in Vancouver (CAN), auslassen musste, steigt am Wochenende in Chaux-Neuve (FRA) wieder in den Weltcup ein. "Es war eine komische Erkrankung, irgendein komplizierter Virus", schilderte der 31-jährige Team-Olympiasieger, "das Blutbild war nicht in Ordnung. Ich war zwar nicht krank, aber in der Extrembelastung war ich schon nach einer Minute total blau."

Drei Wochen konnte Bieler zuletzt gar nicht trainieren, musste in den letzten Wochen auch starke Antibiotika nehmen. "Es war eine schwierige Situation. Bisher ist es bei mir nur aufwärts gegangen, heuer habe ich richtige Rückschläge erlebt", bekannte Bieler, der nun aber wieder zuversichtlich nach vorne blickt.

"Man darf aber nicht zu viel erwarten, ich will einfach ein gutes Rennen laufen", sagte Bieler vor der Abreise nach Chaux-Neuve. "Ein Platz unter den ersten Sechs wäre schon ein Erfolg für mich." Auftrieb gibt Bieler auch, dass er von den Betreuern Diess und Innauer nicht unter Druck gesetzt wird, auch nicht Richtung WM-Ticket. "Das Vertrauen ehrt mich, aber ich will dieses Vertrauen auch zurückgeben", betonte Bieler, der in Liberec nur dann an den Start gehen will, wenn er sich auch Chancen ausrechnen kann. "Ansonsten hat es keinen Sinn. Ich will keinen Jungen einen Platz wegnehmen", betonte der Routinier.

Auch David Kreiner fühlt sich inzwischen wieder fit, er musste zuletzt wegen einer schweren Verkühlung und Darmgrippe pausieren, wird auch den Weltcup in Frankreich auslassen. "Mein Fokus geht Richtung Seefeld. Es geht von Tag zu Tag besser und macht richtig Spaß, wieder im Team zu trainieren", sagte Kreiner.

Ein tolles Comeback feierte in dieser Saison auch Mario Stecher, der sich anfang September eine schwere Kreuzbandverletzung zugezogen hatte. Stecher lief in den bisherigen Rennen immer wieder auf Spitzenplätze, nur der Sprung aufs Podest wurde dem Wahlpitztaler bisher verwehrt. "Wenn mir einer vor der Saison gesagt hätte, dass es so gut läuft, hätte ich gesagt: Ja, ja, träumt's nur weiter!", sagte Stecher, der heute sagt, es fehle nur noch eine Kleinigkeit fürs Podium.

Beim Weltcup am Wochenende werden neben Bieler und Stecher auch Lukas Klapfer, Marco Pichlmayer und Tomaz Druml an den Start gehen. Die restlichen Österreicher trainieren in Seefeld, um sich auf den Heimweltcup vorzubereiten, bei dem Österreich auch das nationale Kontingent ausnützen darf. (APA)

 

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