Berichte über zahlreiche Festnahmen

28. Jänner 2009, 12:51
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Neue Einschüchterungskampagne Pekings vor 50. Jahrestag der Niederschlagung des Volksaufstands

Peking - Die chinesischen Behörden haben in Tibet nach Berichten staatlicher Medien mindestens 81 Menschen festgenommen. Ihnen würden "kriminelle Aktivitäten" vorgeworfen, hieß es. Unter den Festgenommenen seien auch zwei Personen, auf deren Handys "reaktionäre Musik" gefunden worden sei. Tibet-Menschenrechtsaktivisten erklärte am Mittwoch, Peking wolle mit den Festnahmen offenbar die Tibeter einschüchtern. Im März jähren sich zum 50. Mal die blutige Niederschlagung des tibetischen Volksaufstands durch chinesische Truppen und die Flucht des Dalai Lama ins indische Exil.

Ergebnislose Gespräche

Anfang November war die letzte Gesprächsrunde zwischen Bevollmächtigten des Dalai Lama und der chinesischen Regierung ergebnislos abgebrochen worden. Peking warf dem 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, vor, nach wie vor einen "Geheimplan" zur Erlangung der Eigenstaatlichkeit Tibets zu verfolgen. Die chinesische Führung hatte den Gesprächen mit der Exilführung im Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking unter internationalem Druck zugestimmt. Zuvor hatte Peking den Dalai Lama beschuldigt, die schweren Unruhen in Tibet vom März des Vorjahres angezettelt zu haben.

Chinas kommunistische "Volksbefreiungsarmee" war 1950 in Tibet einmarschiert. Im März 1959, nach der Niederschlagung einer Volkserhebung, waren der 14. Dalai Lama und die tibetische Regierung mit mehr als 100.000 Landsleuten über die Grenze nach Indien geflohen. Erst 1965 wurde von den Kommunisten die "Autonome Region" Tibet errichtet, nachdem große Landesteile im Osten und Norden an die Nachbarprovinzen angegliedert worden waren. Der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Dalai Lama hat Peking wiederholt schwere Menschenrechtsverstöße in seiner Heimat vorgeworfen, unter anderem Zwangsabtreibungen und Zwangssterilisationen. Die chinesische Siedlungspolitik in Tibet verurteilte er als "kulturellen Völkermord". Die massive Ansiedlung von Han-Chinesen sei eine "demografische Aggression", um die Tibeter zur Minderheit im eigenen Lande zu machen. (APA/AP)

 

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