Countdown zum "schwarzen Donnerstag"

28. Jänner 2009, 12:33
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Die Gewerkschaft will gegen die Regierungspolitik protestieren - Züge, Metro und Busse werden zum Großteil still stehen, auch Flüge fallen aus

Paris  - Frankreich bereitet sich auf den voraussichtlich größten Streik seit Amtsantritt von Präsident Nicolas Sarkozy vor. Ob Züge, Flüge, Metro, Busse - bei allen Verkehrsmitteln ist am Donnerstag mit erheblichen Behinderungen zu rechnen. Die Fluggesellschaft Air France kündigte den Ausfall von 30 Prozent der Kurz- und Mittelstreckenflüge vom Pariser Flughafen Orly an. Der Flughafen Charles de Gaulle soll zu zehn Prozent betroffen sein. Der grenzüberschreitende Bahnverkehr nach Deutschland werde jedoch nicht behindert, teilte die Staatsbahn SNCF mit. Es fallen aber 40 Prozent der Hochgeschwindigkeitszüge und 60 Prozent des Regionalverkehrs aus. Auch Schulen und weitere öffentliche Einrichtungen werden betroffen.

Acht große Gewerkschaften rufen zu dem Streik auf, um gegen die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Regierung zu protestieren. Die sozialistische Opposition unterstützt die Bewegung. Regierungsvertreter befürchten eine "Revolte der breiten Massen" und mögliche Ausschreitungen. Arbeitsminister Brice Hortefeux kündigte schärfere Gesetze gegen Arbeitskämpfe an. Zahlreiche Arbeitnehmer haben für den "schwarzen Donnerstag" frei genommen oder wollen von zu Hause aus arbeiten. Es wird mit langen Staus auf den Straßen gerechnet.

"Es hört seit Monaten niemand mehr auf die Beschäftigten", klagte Gewerkschaftschef Bernard Thibault im Interview mit der Zeitung "Le Parisien". Der Staat helfe nur den Banken und kümmere sich nicht um die arbeitende Bevölkerung, betonte er. (APA/dpa)

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