Untergetauchter Hedge­fonds-Manager stellt sich

28. Jänner 2009, 12:18
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Arthur Nadel soll seit 2004 mindestens 1,25 Millionen Dollar hinterzogen haben, ihm droht eine Anklage wegen Wertpapierbetrugs

Tampa - Zwei Wochen nach seinem Verschwinden hat sich ein unter dem Verdacht des Millionenbetrugs stehender Hedgefonds-Manager der Polizei gestellt. Dem 76-jährigen Arthur Nadel droht nun eine Anklage wegen Wertpapierbetrugs. Er soll seit 2004 den Wert mehrerer Investmentfonds mit insgesamt 300 Mio. Dollar (228 Mio. Euro) überbewertet und mindestens 1,25 Mio. Dollar hinterzogen haben. Nadels Investmentfirma Scoop Management aus Florida hatte nach Angaben der Bundespolizei FBI Schulden in Höhe von 50 Mio. Dollar.

Nadel war am 14. Jänner spurlos verschwunden, nachdem er auf Druck eines Partners einer Buchprüfung zugestimmt hatte. Er hinterließ laut Polizei zwei Nachrichten: In einer davon drohte er mit Selbstmord, die andere enthielt offenbar Anweisungen an seine Ehefrau. Darin hieß es, diese solle so viel Bargeld abheben wie möglich. Nadel äußerte außerdem Bedauern.

Am Dienstag tauchte der Hedgefonds-Manager in Tampa wieder auf, wo er sich der Polizei stellte. Nadels Anwalt Barry Cohen sagte, sein Mandant sei "eine Zeitlang weg gewesen, um alleine zu sein". Sobald er von den Vorwürfen erfahren habe, sei er zurückgekehrt. Ein Ermittler sagte, vermutlich sei Nadel mit seinem Privatjet in Louisiana und North Carolina unterwegs gewesen. Das Auto des Investors war kurz nach dessen Verschwinden auf einem Flughafenparkplatz entdeckt worden.

Ein Geschäftspartner hatte Nadel laut FBI nach der Festnahme des Investors Bernard Madoff Anfang Dezember wiederholt aufgefordert, einer externen Revision zuzustimmen. Am 8. Jänner habe Nadel dem zugestimmt und sei wenige Tage später verschwunden. Madoff wird beschuldigt, Anleger um 50 Mrd. Dollar betrogen zu haben. (APA/AP)

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    Zwei Wochen war Nadal verschwunden.

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