"Man muss den Wrabetz arbeiten lassen"

28. Jänner 2009, 11:26
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Für Brandstätter ist ORF kein Thema - BBC kürzt Gehälter von leitenden Angestellten um zwölf Prozent

Im Zuge der Personalspekulationen um eine eventuelle neue ORF-Führung wird neben Gerhard Zeiler und Karl Amon immer wieder auch Hans Mahr genannt. Der frühere Manager der "Kronen Zeitung" und RTL-Chefredakteur gilt nach verschiedenen Medienberichten bei "Krone"-Herausgeber Hans Dichand als Wunschkandidat für den Posten des ORF-Generaldirektors. Ihm werden deshalb auch gute Chancen bei Bundeskanzler Werner Faymann eingeräumt. Mahr selbst sieht "keinerlei Anlass dafür, dass ich für diese Position gerufen werde", sagte er. Vielmehr solle man ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sein Strukturkonzept "präsentieren, beschließen und durchziehen lassen".

"Man muss den Wrabetz arbeiten lassen"

Diskussionen über Personal- und Gesetzesänderungen könnten zwischenzeitlich stattfinden. "Man muss den Wrabetz arbeiten lassen." Mahr geht davon aus, dass sich schon "kurzfristig Erfolge einstellen", nachher könne man immer noch sehen, "ob das ausreichend war". Dass der ORF einschneidende Reformen benötigt, wisse Wrabetz selbst, Zurufe von außen hält Mahr für unangebracht. "Es gibt derzeit wohl keinen, der besser über die Probleme des ORF bescheid weiß, als der, der im Schleudersitz ist." Auf die Frage, ob er gegebenenfalls für den Posten des ORF-Generaldirektor zur Verfügung stünde, meinte Mahr: "Darüber mache ich mir keinerlei Gedanken."

Für Brandstätter ist ORF kein Thema

Definitiv keine Option wäre ein Posten in der ORF-Führung für Helmut Brandstätter. Der frühere n-tv-Chef, der bei der vergangenen Generaldirektorenwahl im August 2007 gegen Wrabetz angetreten war, wird ebenfalls immer wieder als potenzieller Kandidat für einen Führungsjob im ORF gehandelt. Für ihn sei das Thema ORF aber "erledigt", sagte er. Seine Unternehmensberatungsfirma befinde sich derzeit im "starken Wachstum", an einen Jobwechsel sei nicht zu denken. Den ORF hält Brandstätter für einen finanziellen Sanierungsfall, in erster Linie sei er aber ein "programmlicher und struktureller Sanierungsfall". Strukturen und Programm müssten "völlig neu aufgestellt werden".

BBC kürzt Gehälter von leitenden Angestellten

Wie man in finanziell angespannten Zeiten einsparen kann, zeigt unterdessen das britische ORF-Vorbild BBC. Laut einem Bericht des "Guardian" kürzt die BBC die Gehälter von mehr als 400 leitenden Angestellten um zwölf Prozent. Außerdem werden Bonuszahlungen für Manager gestrichen, bei leitenden Angestellten werden die Zahlungen eingefroren. Durch diese Maßnahmen spart die BBC mehr als 21 Millionen Euro und kommt um Kündigungen herum. (APA)

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