Auch Japan schickt Kriegsschiffe gegen Piraten

28. Jänner 2009, 11:14
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"Das ist ein Problem, das wir dringend angehen müssen"

Tokio - Nach der chinesischen soll sich auch die japanische Marine dem internationalen Einsatz gegen Piraten vor der Küste von Somalia anschließen. Verteidigungsminister Yasukazu Hamada ordnete am Mittwoch die Entsendung von Kriegsschiffen in den Golf von Aden an. "Die Aktivitäten der Piraten vor der somalischen Küste sind eine erhebliche Bedrohung nicht nur für Japan, sondern auch für die internationale Gemeinschaft, und das ist ein Problem, das wir dringend angehen müssen", sagte Hamada. Wie viele Kriegsschiffe entsendet werden sollen, sagte er nicht.

Der Minister sprach von einer vorläufigen Aktion, die noch vom Parlament gebilligt werden müsse. Nach Medienberichten könnten die Schiffe Anfang März Kurs auf das Seegebiet zwischen Somalia und dem Jemen nehmen. Völkerrechtliche Grundlage ist eine Entscheidung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, mit der die Mitgliedstaaten zu "allen erforderlichen Mitteln" ermächtigt wurden, die Piratenakte zu stoppen. Mehr als ein Dutzend Kriegsschiffe, unter anderem von der EU-Mission "Atalanta", sind bereits im Einsatz. Seit Anfang 2008 wurden in der Region rund hundert Schiffe von somalischen Piraten attackiert.

Islamistenführer als Präsident

Somalia ist seit dem Zusammenbruch des Regimes von General Mohamed Siad Barre 1991 ohne funktionierende Zentralregierung. Der vollständig von äthiopischer Militärhilfe abhängige Präsident Abdullahi Yusuf Ahmed war Ende Dezember zurückgetreten und hat im Jemen politisches Asyl erhalten. Kurz nach dem vollständigen Abzug der äthiopischen Truppen haben sich islamistische Kräfte vor zwei Tagen auch des provisorischen Regierungssitzes Baidoa bemächtigt. Der 2006 von der äthiopischen Armee vertriebene und vor zehn Tagen im Triumph nach Mogadischu zurückgekehrte Islamistenführer Sheikh Sharif Sheikh Ahmed will neuer Präsident werden. Seine "Allianz für die Wiederbefreiung Somalias" war im Exil in Eritrea gegründet worden. (APA/AP)

 

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