Bruner für 40 Prozent Frauenanteil in Gremien

28. Jänner 2009, 11:12
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Ex-Boku-Rektorin hält neben klaren Kompetenzverteilungen annähernde Parität für wichtig, um Unis zu modernen Einrichtungen weiterzuentwickeln

Wien - Die jüngst zurückgetretene Rektorin der Universität für Bodenkultur (Boku) Ingela Bruner hat sich für eine 40-Prozent-Frauenquote in allen Uni-Gremien (u.a. Uni-Räte, Rektorate, Senate, StudentInnen-, Berufungs- und Habilkommissionen) ausgesprochen. Zudem bräuchte es klare Kompetenzverteilungen und mehr Augenmerk auf die Studierenden, um die heimischen Unis bis 2020 zu modernen Einrichtungen weiterzuentwickeln.

"Weg zur Normalität"

Die Frauenquote von mindestens 40 Prozent sieht Bruner als sehr wichtig: "Auch wenn ich das Wort Quote nicht mag, habe ich erkennen müssen, dass eine positive Entwicklung nur mit der Einführung von Quoten einhergeht - quasi als Beschleunigung auf dem Weg zur Normalität." Es gehe in diesem Punkt aber nicht nur um einen höheren Anteil von Professorinnen, sondern auch um die Vertreterinnen des Mittelbaus sowie die Förderung junger Wissenschafterinnen.

Stimmrecht für BetriebsrätInnen

Drei konkrete Vorschläge hat Bruner, die sie in der geplanten Novelle des Universitätsgesetztes (UG) gerne verwirklicht sehen würde: Die BetriebsrätInnen sollten im Uni-Rat mit Stimmrecht ausgestattet werden - und nicht nur mit einem Sitz. "Das ist ein legitimes Recht der Belegschaft", das etwa auch Aktiengesellschaften anerkennen. Weiters sollten jene, die Verantwortung über Organisationseinheiten tragen (z.B. Department- oder InstitutsleiterInnen), mit "mehr Macht und Prokura" ausgestattet werden. Sie seien die "Führungskräfte der Institutionen" mit Personal-, Infrastruktur- und finanzieller Verantwortung.

Und schließlich sollte die Macht des Senats "auf die Belange der Lehre" beschränkt werden, so Bruner. Die schwedischen Universitäten etwa "haben keinen Senat und brauchen auch keinen". Im Universitätsrat könnte sich Bruner auch BeamtInnen des Wissenschaftsministeriums vorstellen.

Studierende kommen zu kurz

Nach Ansicht Bruners bekommen "die Unis nicht genug Geld für den laufenden Betrieb. Sie erhalten darüber hinaus nicht genug für Investitionen, d.h. Mittel, um Geräte und technische Ausstattung zu finanzieren". Viel zu kurz in den Debatten um die hochschulpolitische Zukunft kommen Bruner die Studierenden. Als einen weiteren wichtigen Punkt sieht Bruner, mehr Jobs für Studierende an den Unis zu schaffen. (APA)

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